Minsk - Die Schweiz bleibt bei der Eishockey-WM in Minsk auch nach ihrer dritten Vorrundenpartie ohne Sieg und muss sich laut Trainer Sean Simpson sogar mit dem Abstieg beschäftigen. Mit 3:4 (2:1, 0:1, 1:2) unterlag der Vize-Weltmeister von 2013 überraschend Gastgeber Weißrussland.

"Drei Spiele ohne Sieg, da muss man ehrlich sein", sagte der verärgerte Coach anschließend. Nach einem Tag Pause kämpfen die noch punktlosen Schweizer am Mittwoch gegen Deutschland darum, sich die Chance auf das Viertelfinale zu bewahren. "Wenn sie 60 Minuten durchspielen und gegen die Deutschen gewinnen, ist alles möglich. Wenn nicht, kann alles passieren", räumte der frühere DEL-Coach ein. Pikanterweise soll der weißrussische Nationalcoach Glen Hanlon der Zeitung "Blick" zufolge Nachfolger von Simpson werden, der nach der WM aufhört.

Im vergangenen Jahr waren die Eidgenossen unter Simpson bei der WM von Sieg zu Sieg geeilt, ehe sie im Finale von Schweden gestoppt wurden. "Wir wollen ihm eine gute letzte Weltmeisterschaft ermöglichen", sagte der 23-jährige Roman Josi am Montag.

In der mit 13 207 Zuschauern gefüllten Minsk-Arena erzielte Michail Grabowski zwei Minuten vor Schluss den entscheidenden Treffer zum umjubelten zweiten Sieg der Weißrussen. "Es ist bitter, wenn man so spät verliert. Aber mir ist nicht bange, dass das Team auseinanderfällt", erklärte Verteidiger Eric Blum. "Vier Tore darf man auf diesem Niveau nicht kassieren. Wir spielen zu kopflos und müssen mit mehr Ruhe agieren."

Im letzten Drittel waren die Schweizer durch Etienne Froidevaux (44.) mit 3:2 in Führung gegangen, doch Sergej Kostizyn (50.) glich mit seinem zweiten Treffer wieder aus. "Wir sind selbst schuld", befand Simpson. Vor dem Duell mit dem Nachbarland trifft die deutsche Auswahl am Dienstag auf Finnland. Nur die jeweils Letzten der beiden Vorrundengruppe mit je acht Nationen steigen ab.