Quedlinburg - Der historische Marktplatz in der Unesco-Welterbestadt Quedlinburg ist nach zweijähriger Bauzeit komplett saniert. Seine feierliche Eröffnung war am Sonntag ein Höhepunkt des Aktionstages der Welterbestätten in Sachsen-Anhalt. Vor dem Rathaus der Harzstadt wurde eine Kartusche eingelassen. Sie enthält unter anderem eine Kopie der Aufnahme der Stadt Quedlinburg in die Unesco-Welterbeliste vor 20 Jahren, wie eine Sprecherin mitteilte. Auch andere Welterbestätten hatten eingeladen, darunter die Stiftung Bauhaus mit den neuen Meisterhäusern.

Der Titel "Unesco-Welterbestadt" beschert Quedlinburg seit 1994 viele Touristen und eine hohe Bekanntheit im In- und Ausland. Im historisch bebauten Stadtkern stehen auf rund 80 Hektar etwa 1300 Fachwerkhäuser aus sechs Jahrhunderten - allein 800 von ihnen sind als Einzeldenkmäler ausgewiesen. Vor 20 Jahren hat sie die Unesco gemeinsam mit Stiftskirche und Schloss unter ihren Schutz gestellt und in den Status eines Flächendenkmals erhoben.

Sachsen-Anhalt zählt nach Angaben des Kultusministeriums zu den Bundesländern mit besonders vielen Stätten, die unter dem Schutz der Unesco stehen. Neben Quedlinburg gehören dazu die Luthergedenkstätte in Eisleben (Landkreis Mansfeld-Südharz) mit dem Geburtshaus des Reformators. Ferner sind die Lutherstätten, die Stadtkirche, die Schlosskirche und das Haus von Luthers Wegbegleiter Philipp Melanchthon (1497-1560) in Wittenberg Unesco-Welterbe. Auch das Dessau-Wörlitzer Gartenreich trägt diesen Titel. In Deutschland gibt es 38 Welterbestätten.