Halle - Wegen illegaler Müllentsorgung muss sich seit Mittwoch vor dem Landgericht Halle ein 66-jähriger Geschäftsmann verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, rund 270 000 Kubikmeter Haus- und Gewerbeabfälle fälschlich als Baureststoffe deklariert zu haben, die dann zur Rekultivierung von Deponien eingesetzt wurden. Zum Prozessauftakt hörte das Gericht mehrere Zeugen und kündigte an, voraussichtlich am 7. Juli ein Urteil zu verkünden.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft arbeitete der 66-Jährige als Geschäftsführer einer Logistikfirma mit Betreibern von Mülldeponien in Brandenburg und Sachsen-Anhalt zusammen. Den Gewinn für das Unternehmen bezifferten die Ermittler in Halle auf rund 240 000 Euro. Der Prozess sollte ursprünglich bereits im Mai beginnen, wurde aber wegen der Erkrankung des Angeklagten verschoben.

In Sachsen-Anhalt sorgte die illegale Entsorgung von Müll in den Tongruben Vehlitz und Möckern im Landkreis Jerichower Land für Aufsehen. Hierzu hat die Staatsanwaltschaft Stendal Anklagen erhoben, die Prozesse stehen aber noch aus. Auch ein Verfahren der Stendaler Staatsanwaltschaft gegen den früheren Landrat des Kreises, Lothar Finzelberg, wegen Bestechlichkeit ist noch offen.