Düsseldorf - Thomas Schaaf steht nach seinem Sabbat-Jahr wieder auf dem Trainingsplatz. 413 Tage nach seiner Ablösung als Chefcoach war das Kapitel Werder Bremen endgültig abgeschlossen: Der 53-Jährige trat voller Tatendrang seinen neuen Job bei Eintracht Frankfurt an.

"Die Vorfreude ist riesengroß. Wir wollen alle endlich auf den Platz", sagte Schaaf, der noch bis zum 30. Juni bei Werder unter Vertrag stand. Während Schaaf die ersten Schritte in einer für ihn neuen Fußball-Welt machte, leiteten die in der vergangenen Saison so erfolgreichen Trainer Jens Keller "auf Schalke" und Markus Weinzierl beim FC Augsburg die ersten Einheiten. Am zweiten Trainingstag der Vorbereitung auf die neue Saison wartete man bei Hertha BSC unterdessen vergeblich auf Pierre-Michel Lasogga. Der Stürmer hatte sich krankgemeldet; das könnte ein Indiz dafür sein, dass sein Wechsel zum Hamburger SV bevorsteht.

Bis auf vier WM-Fahrer und Sonny Kittel (Reha) konnte Schaaf alle Spieler zum Laktattest begrüßen. "Was ich gesehen habe, war gut. Mal sehen, wie der Test ausgefallen ist", sagte er. Nach zweitägigen medizinischen Untersuchungen findet am Freitag das erste offizielle Training statt. Schaaf will in Hessen Freude verbreiten, so, wie er es an der Weser unter anderem mit dem Double 2004 getan hatte: "Ich will erreichen, dass wir guten Fußball anbieten und offensiv ausgerichtet sind. Ich will die Begeisterung wieder entfachen. Ich will, dass sich die Spieler total mit dem Verein identifizieren."

In Gelsenkirchen bat Keller vor rund 500 Kiebitzen nur 15 Spieler zur Auftakt-Einheit. Einen ersten Eindruck verschaffen konnte sich der Chefcoach aber von den Neuzugängen Sidney Sam von Bayer Leverkusen und Fabian Giefer von Fortuna Düsseldorf. Die acht WM-Teilnehmer sowie die sechs bis in den Juni beschäftigten Jung-Profis, darunter Shootingstar Max Meyer, steigen erst später ein. "Die Jungs sollen den Akku noch einmal aufladen", sagte Keller. Zudem absolvierten die im Aufbau befindlichen Jefferson Farfan und Christian Fuchs Individualeinheiten.

In Augsburg bat Weinzierl seine Spieler am Vormittag zu einer kurzen Einheit, ehe ein Laktattest folgte. Als einziger Neuling war auch der aus Nürnberg gekommene Markus Feulner dabei. Angesichts der Abgänge wie Andre Hahn ist das für den Coach zu wenig. "Ich hoffe, dass wir demnächst weitere Neuzugänge präsentieren können", sagte Weinzierl. Denn auch der Abgang von Matthias Ostrzolek droht: Der Abwehrspieler möchte zum HSV.

Das will auf Dauer auch Lasogga. Während Ostrzolek wegen des bestehenden Vertrags aber seinen Pflichten nachkam und beim Augsburger Training erschien, wartete Hertha-Coach Jos Luhukay am Dienstag vergeblich auf Lasogga. "Wir sind in Gesprächen mit Hertha", sagte HSV-Mediendirektor Jörn Wolf zum Bemühen um den Goalgetter. Es geht vermutlich um die Ablösesumme, die für den klammen HSV zwischen acht und zehn Millionen Euro liegen soll.