Gstaad - Nach ihrem ersten Grand-Slam-Turniersieg fielen sich die beiden Beachvolleyballerinnen Katrin Holtwick und Ilka Semmler in die Arme und sanken ungläubig in den Sand.

Mit 2:0 (24:22, 21:16) gewannen die beiden Essenerinnen am Sonntag im schweizerischen Gstaad das deutsche Finale gegen Karla Borger und Britta Büthe. Das Duo holte erst den zweiten Grand-Slam-Erfolg eines deutschen Damen-Teams.

"Ich kann gar nicht zusammenfassen, wie es sich anfühlt, weil es so viele Emotionen sind", sagte eine glückliche Semmler. "Ich bin aufgeregt, ich könnte weinen und ich könnte schreien. Ich habe mir nicht vorstellen können, dass wir dieses Turnier hier gewinnen."

Für den Turniersieg und den bisher größten Erfolg ihrer Karriere gab es für das deutsche Team neben der Goldmedaille rund 41 900 Euro. Die unterlegenen Stuttgarterinnen Borger/Büthe verdienten sich 31 600 Euro. In der Herren-Konkurrenz rundeten Jonathan Erdmann und Kay Matysik als Vierte das erfolgreiche deutsche Abschneiden ab.

Im Finale holten Holtwick und Semmler bei kühlen Temperaturen in Durchgang eins einen Rückstand auf und wehrten Satzbälle ab, ehe sie sich den Satzvorteil sicherten. Anschließend erspielten sie sich über einen 13:7-Vorsprung ein 20:14 und nutzten ihren dritten Matchball. "Es ist verrückt. Es war ein großer Kampf", erklärte Holtwick ungläubig. Ihre Silbermedaille bei der Europameisterschaft vor vier Jahren, der zuvor größte Erfolg, toppte das Duo in Gstaad. Ein Grand-Slam-Erfolg war zuvor nur den beiden Hamburgerinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst in Shanghai zu Saisonbeginn gelungen.

Büthe äußerte sich nach dem ersten deutschen Endspiel einer Veranstaltung dieser Kategorie ein wenig enttäuscht. "Wir haben nicht so gut gespielt wie wir wollten", sagte die Vize-Weltmeisterin von 2013, die beim Grand Slam in Berlin mit ihrer Partnerin den dritten Platz errungen hatte. "Trotzdem können wir eine Menge Motivation von diesem Turnier mitnehmen."

Nach der Siegerehrung posierten die Medaillen-Gewinnerinnen auch mit großen Kuhglocken. Als Dritte standen Kristyna Kolocova/Marketa Slukova auf dem Podium. Gegen die Tschechinnen hatten Borger/Büthe in der Vorschlussrunde mit 2:1 (21:18, 21:23, 15:11) die Oberhand behalten. Holtwick/Semmler bezwangen am Samstag in zwei engen Sätzen (22:20, 27:25) das brasilianische Topteam Juliana Felisberta und Maria Antonelli.

Das Berliner Duo Erdmann/Matysik verlor das Spiel um Platz drei gegen die US-Amerikaner Nick Lucena/Ryan Doherty mit 0:2 (19:21, 16:21). Für den vierten Platz kassierten die Hauptstädter rund 17 600 Euro Preisgeld. In Shanghai hatten sie zum Saisonauftakt ebenfalls das Halbfinale und einen dritten Platz erreicht.