Magdeburg - Ein Jahr nach dem Inkrafttreten des neuen Kinderfördergesetzes in Sachsen-Anhalt ziehen Elternvertreter eine durchwachsene Bilanz. Eltern müssten teils deutlich tiefer für die Betreuung ihres Kindes in die Tasche greifen als zuvor, sagte der Vorsitzende der Landeselternvertretung der Kindertageseinrichtungen Sachsen-Anhalt, Karsten Bucksch, am Freitag. Eine zehnstündige Betreuung könne in einigen Kinderkrippen bis zu 260 Euro kosten. Das sei teilweise eine Steigerung um 100 Prozent.

Grund sei eine Neuregelung bei den Kostenbeiträgen, erklärte Bucksch. Zuvor zahlten Eltern einen festgelegten Beitrag für die Betreuung. Die Gemeinde habe den Rest übernommen. Mit dem neuen Gesetz müssten sich Eltern und Gemeinde die Kostenbeiträge prozentual teilen. Die Gemeinde sei nun verpflichtet mindestens 50 Prozent zu übernehmen. Das bedeuteten für einige Eltern am Ende mehr Kosten.

Das neue Gesetz habe jedoch auch positive Auswirkungen. So habe jedes Kind einen Anspruch auf eine ganztägige Kindertagesstättenbetreuung. Zudem gebe es gezielte Fortbildungen für Erzieher und mehr Mitsprache der Eltern.