Berlin - Kunstspringerin Tina Punzel hat bei der Schwimm-EM in Berlin ihre zweite Medaille gewonnen und die Erfolgsserie der Mannschaft fortgesetzt.

Nach Bronze im Team-Event sicherte sich die 19-Jährige am Mittwoch auch Bronze vom Ein-Meter-Brett. Der Titel ging an die Dauer-Europameisterin Tania Cagnotto, die ihre 20. Medaille bei einer EM gewann. Vom Ein-Meter-Brett war es der fünfte Erfolg der Italienerin seit 2009. Silber ging in dem spannenden Wettkampf - zwischen Platz eins und vier lagen am Ende nur 3,8 Punkte - an die Russin Kristina Ilinich.

Nach Platz zwei im ersten Durchgang musste Punzel, Europameisterin 2013 vom Drei-Meter-Brett, anschließend die Italienerin Maria Elisabetta Marconi vorbeiziehen lassen. Nach Runde drei fiel Punzel auf Rang vier zurück, hielt aber den Kontakt zum Spitzentrio. Nachdem sich die klar führende Cagnotto beim anderthalbfachen Auerbachsalto mit anderthalbfacher Schraube eine Schwäche erlaubte, wurde auch der Goldkampf wieder spannend. Nur 2,6 Punkte lagen zwischen Platz vier und eins vor der finalen Endkampfrunde.

Die WM-Sechste Punzel behielt die Nerven beim zweieinhalbfachen Salto vorwärts: 62,40 Punkte für diesen Sprung und insgesamt 286,70 Zähler brachten die Führung vor Marconi - und die Medaille war ihr da schon gewiss. Ilinich konterte und übernahm mit 288,55 Zählern die Spitze. Aber auch Cagnotto blieb cool: 289,30 bedeuteten dann doch den erwarteten Sieg. Uschi Freitag, die viele Jahre für den deutschen Verband startete und jetzt für die Niederlande springt, belegte mit 263,75 Punkten Platz sechs.

Nach vier von elf Sprungentscheidungen hat der Deutsche Schwimm-Verband vier Medaillen in seiner Bilanz, darunter Gold durch Patrick Hausding vom Ein-Meter-Brett. Fünf bis sieben Plaketten sind das Ziel in Berlin.

Punzel qualifizierte sich als Vorkampf-Vierte für das Finale vom Ein-Meter-Brett (14.00 Uhr). In ihrer Comeback-Saison verpasste Nora Subschinski (Berlin) auf Platz 14 knapp das Finale der besten Zwölf. "Sie schien mir etwas übermotiviert, sie hätte es locker ins Finale schaffen können", urteilte Bundestrainer Lutz Buschkow. "Es ist aber nicht ihre Schokoladen-Disziplin."