Magdeburg - Sachsen-Anhalts Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen sieht einen anhaltenden Bedarf für Beratungen etwa zu Fragen der Rehabilitierung und Akteneinsicht. Zu den Beratungstagen in diesem Jahr in 23 Orten seien bis Juli 685 Menschen gekommen, teilte Birgit Neumann-Becker in Magdeburg mit. Die Besucherzahlen hätten zwischen 12 in Petersberg und 70 in Wanzleben in der Börde gelegen. Im Durchschnitt seien es jeweils etwa 30 gewesen.

Für das zweite Halbjahr erwartet Neumann-Becker nach den Erfahrungen der Vorjahre eine steigende Zahl von Menschen, die den Rat der Behördenmitarbeiter suchen. Insgesamt soll es in diesem Jahr 43 solcher Beratungstage der Landesbeauftragten außerhalb der Zentren des Landes geben.

Die Entwicklung in diesem Jahr zeige eine Stabilisierung der Anfragen auf dem Niveau von vor zehn Jahren. Zwischenzeitlich habe es wegen der Themen Opferpension und 20 Jahre Friedliche Revolution einen höheren Beratungsbedarf gegeben. Während die durchschnittliche Besucherzahl 2004 bei 21 lag, habe sie 2007 ein Hoch von 85 erreicht, 2013 lag der Schnitt bei 41, im ersten Halbjahr bei 33.

Anträge auf strafrechtliche und berufliche Rehabilitierung, besondere monatliche Zuwendungen wie Opferpensionen und Anträge an die Stiftung für ehemalige politische Häftlinge in Bonn hätten die Berater besonders beschäftigt. Zudem hätten fast alle beratenen Menschen einen Antrag auf Stasi-Akten-Einsicht gestellt.