Kattowitz - Der Traum der deutschen Volleyballer von der ersten WM-Medaille seit 44 Jahren droht zu platzen. Die Mannschaft von Bundestrainer Vital Heynen unterlag in Kattowitz Frankreich 0:3 (15:25, 24:26, 22:25) und kann aus eigener Kraft nicht mehr das Halbfinale erreichen.

Der Olympia-Fünfte bot zum Auftakt in Gruppe G gegen den Weltranglisten-13. eine seiner schwächsten Turnierleistungen und muss im letzten Staffelduell am Mittwoch (20.25 Uhr) gegen den Iran unbedingt gewinnen, um seine Minimalchance auf das Halbfinale zu wahren.

Wie tief der Frust saß, zeigte die Reaktion der deutschen Volleyballer nach dem Schlusspfiff: Zunächst wollte sich keiner von ihnen zum drohenden WM-K.o. äußern.

Für die deutschen Schmetterkünstler ist es das erste Mal seit 40 Jahren, dass sie wieder unter den Top Sechs bei einer WM sind; Frankreich erreichte zum insgesamt sechsten Mal diesen elitären Club. Beide Teams begannen nervös, vor allem die DVV-Männer kamen schwer in Fahrt. "Wir müssen schlagen und weiterspielen", forderte Heynen während einer frühen Unterbrechung mehr Wucht.

Die Deutschen fanden aber ihren Rhythmus einfach nicht. Die Franzosen um ihren herausragenden Diagonalangreifer Antonin Rouzier agierten in der Abwehr überragend und überzeugten mit druckvollen Aufschlägen. Nach einem 4:9 und einem 12:18 ging für die Truppe des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) im ersten Satz gar nichts mehr.

Gegen die Annahme des Weltranglisten-13. hatten Heynens Schützlinge weiter erhebliche Probleme. Im zweiten Durchgang präsentierten sich jedoch Außenangreifer Denis Kaliberda & Co. solider und ruhiger. Der Lohn: Eine hauchdünne 11:10-Führung. Laurent Tillies Mannschaft um den nun bärenstarken Earvin NGapeth drehte jedoch wieder auf. Dann waren starke Nerven gefragt. Drei Satzbälle konnten die DVV-Männer abwehren, der vierte war schließlich einer zuviel.

"Die Franzosen spielen sehr gut in Block-Abwehr, wehren sehr viel ab, spielen clever und mit sehr vielen Emotionen", hatte Libero und Paris-Legionär Markus Steuerwald vor der Partie treffend gewarnt. Die Franzosen machten jedoch auch im dritten Abschnitt von Beginn an mächtig Druck und gingen mit 8:3 in Front.

"Wir haben in diesem Jahr alles der WM untergeordnet. Ziel ist, eine Medaille zu gewinnen", erklärte Heynen mantrahaft auch vor diesem so wichtigen Kräftemessen. Und die deutschen Schmetterkünstler fanden nochmal zurück ins Spiel, sie verkürzten erst auf 7:9, auf 15:17 und später noch 21:23. Am Ende hatten die Deutschen aber den wuchtigen Franzosen nichts mehr entgegenzusetzen.