London - David Moyes war aschfahl. In dem Gesicht des Trainers von Manchester United spiegelte sich das Entsetzen wider. Zu seinem Schutz hatte er schnell die Arme vor seinem Körper verschränkt - vergebens.

Der Treffer von Wilfried Bony zum 2:1 (1:1) für Swansea City in der Nachspielzeit spürte Moyes offenbar auch in der Magengrube. Aus und vorbei. Der englische Fußball-Rekordmeister ist am Sonntag in der dritten Runde des englischen FA-Cups von dem Außenseiter aus Wales aus dem Wettbewerb geschossen worden.

Der Nachfolger von Sir Alex Ferguson hat mit ManUnited nun vier der vergangenen sechs Heimspiele verloren. In dieser Saison setzte es im Old Trafford bereits fünf Niederlagen, insgesamt waren es sogar sieben. In der Premier League hat der amtierende Meister als Siebter schon elf Punkte Rückstand auf Spitzenreiter FC Arsenal. Die Meisterschaft kann der Titelverteidiger abschreiben.

Unter Ferguson waren die Red Devils zudem in fast 27 Jahren nur ein einziges Mal bereits in der dritten Runde des FA-Cups gescheitert. Und Swansea hatte vor dem Triumph am Sonntag noch keine einzige Partie im "Theater der Träume" gewonnen.

Obwohl Moyes im Pokal-Duell sieben Spieler fehlten, darunter die Superstars Wayne Rooney und Robin van Persie, wollte der Coach keine Entschuldigungen geltenlassen. "Wir haben ein sehr starkes Team aufgestellt. Bis auf Alex Buttner war jeder Nationalspieler", sagte Moyes. Mittelfeldspieler Darren Fletcher ging noch weiter: "Das ist ein riesiger Rückschlag. Wir fühlen uns, als hätten wir Trainer und Fans im Stich gelassen". Am Dienstag im ersten Halbfinale des Liga-Pokals in Sunderland gibt es die Chance zur Wiedergutmachung.

Für das ehemalige Aushängeschild von der Insel brechen schwere Zeiten an. Der Druck auf Moyes wächst immer weiter. In der aktuellen Transferperiode soll er neue Spieler verpflichten, doch der 50-Jährige ist nicht mal sicher, dass das gelingt. "Es besteht eine Dringlichkeit, Spieler zu verpflichten, aber sind diese Spieler im Januar für uns verfügbar? Wahrscheinlich nicht, aber nicht, weil wir es nicht wollen", sagte Moyes. Die sportlichen Aussichten sind für mögliche Neuzugänge jedenfalls nicht gerade vielversprechend.

Ganz anders sieht es bei Arsenal aus. Die Mannschaft der drei deutschen Nationalspieler Per Mertesacker, Mesut Özil und Lukas Podolski zog durch ein 2:0 (1:0) gegen den Liga-Rivalen Tottenham Hotspur in die vierte Runde ein. Der deutsche U 19-Nationalspieler Serge Gnabry bot dabei über 90 Minuten eine beeindruckende Vorstellung und bereitete einen Treffer vor. Ebenfalls weiter sind der FC Chelsea und der FC Liverpool. Manchester City muss nach einem 1:1 bei den Blackburn Rovers zu einem Wiederholungsspiel antreten. Selbst das blieb ManUnited am Sonntag verwehrt.