Barcelona - Barcelona vergisst kurz Weltfußballer Lionel Messi und liegt dafür Alexis Sánchez zu Füßen. Dank des ersten Dreierpacks des Chilenen im blauroten Trikot eroberten die Katalanen beim 4:0 (2:0)-Heimsieg über den FC Elche wieder die Tabellenführung in der Primera División.

Die Sportblätter in Barcelona bejubelten den oft kritisierten Stürmer in höchsten Tönen. "Magier Alexis", titelte "Mundo Deportivo" auf Seite eins, "Sport" erhob den 25-Jährigen in Riesenlettern gar zum "König". Der Titelverteidiger verdrängte Atlético Madrid vor dem Topduell am kommenden Samstag in der spanischen Hauptstadt aufgrund der besseren Tordifferenz von der Spitze. Auch ohne Messi, der sein Comeback nach knapp zweimonatiger Verletzungspause noch verschieben musste, gab sich Barça im Camp Nou keine Blöße. Der überragende Sánchez traf vor 64 000 Zuschauern in der 7., 63. und 69. Spielminute, Pedro hatte in der 16. zum zwischenzeitlichen 2:0 erhöht. Dass Routinier Xavi in der 49. Minute einen Foulelfmeter verschoss, konnten die Hausherren diesmal leicht verschmerzen.

"Trainer (Gerardo) Martino hat mir Selbstvertrauen gegeben", sagte Sánchez nach dem Abpfiff. Der Coach, der dem Chilenen den Vorzug vor dem erst in den letzten zehn Minuten eingesetzten Jungstar Neymar gegeben hatte, versicherte derweil: "Der beste FC Barcelona kommt noch!"

Atlético hatte sich tags zuvor durch ein 1:0 gegen den FC Málaga von Trainer Bernd Schuster vorübergehend an die Spitze geschoben. Wie Barcelona hat auch Atlético nach 18 Runden 49 Punkte auf dem Konto. Real Madrid gewann am Montag durch Tore von Karim Benzema (67.) und Cristiano Ronaldo (82./90.+2) am Ende noch klar mit 3:0 (0:0) gegen Celta Viga. Dennoch liegen die "Königlichen" fünf Punkte hinter Barcelona und Ortsrivale Atlético. Am Samstag werde es im Madrider Vicente Calderón daher schon ein "Finale" geben, so "Sport".

Messi stand acht Wochen nach seinem Muskelriss im linken Oberschenkel noch nicht im Barça-Aufgebot. Das Comeback des Weltfußballers werde davon abhängen, wie sich der Spieler in den nächsten Tagen fühlen und entwickeln werde, sagte Martino. Er sehe bei Messi schon den "Killer-Blick", sein argentinischer Landsmann habe "sehr viel Spiellust". "Messi ist in sehr guter Verfassung nach Spanien zurückgekehrt. Er hat hier drei sehr gute Trainingseinheiten absolviert. Aber ihm fehlt noch der Rhythmus", betonte Martino.

Zuletzt hatte der 26-Jährige die Verletzung in seinem südamerikanischen Heimatland auskuriert und sich mit Privattraining in Form gebracht. Am Donnerstag war er nach Barcelona zurückgekehrt und direkt vom Flughafen zu seinem ersten Training gefahren.