Düsseldorf - Der Abstiegs-Dreikampf zwischen Hamburg, Nürnberg und Braunschweig wird zum dramatischen Nervenspiel. Wer wird nach dem Abpfiff der 51. Saison der Fußball-Bundesliga am Boden zerstört sein, wer darf auf die Chance in der Relegation hoffen?

Vor dem Herzschlagfinale um den Klassenverbleib heißt es "Vorteil HSV". Die Hanseaten (27 Punkte) können es mit einem Erfolg bei Mainz 05 aus eigener Kraft schaffen. Nürnberg (26) und Braunschweig (25) sind zum Siegen verdammt.

"Wir wollen in Mainz auf Sieg spielen und nicht abwarten, wie es auf den anderen Plätzen steht", kündigte HSV-Trainer Mirko Slomka an. Genährt wird seine Zuversicht, den Liga-Dino vor dem Abstieg bewahren zu können, durch die Rückkehr von Stürmer Pierre-Michel Lasogga. "Zwölf Tore in 19 Spielen machen sicher Hoffnung", meinte er und lobte den neuen Teamgeist: "Wir haben einen unbändigen Willen."

Allerdings müssen auch Wollen und Können dazukommen - daran hat es in der Rückserie besonders gefehlt: 20 Niederlagen, 72 Gegentore und in der zweiten Serie nur elf Punkte sind die Negativrekorde des HSV. Auf Mitgefühl darf das Liga-Urgestein in Mainz nicht setzen. Denn die Gastgeber wollen auf der Zielgeraden den siebten Europacup-Rang nicht noch an den FC Augsburg, der gegen Eintracht Frankfurt spielt und nur ein Punkt zurückliegt, verlieren. "Wir verteidigen Platz sieben mit aller Macht", sagte 05-Coach Thomas Tuchel.

Beim 1. FC Nürnberg und Eintracht Braunschweig werden schon überirdische Kräfte bemüht, um das fast Unvermeidbare noch zu vermeiden. "Ich verstehe, dass von außen kein Glauben da ist", weiß Club-Verteidiger Per Nilsson vor dem schweren Gastspiel beim FC Schalke 04 und dem drohenden achten Abstieg, "aber wir müssen das Wunder einfach schaffen." Allerdings fällt neben drei Abwehrspielern auch noch Kapitän und Torwart Raphael Schäfer aus.

Dass die Franken seit 20 Jahren auf Schalke sieglos sind und die "Königsblauen" noch einen Punkt zur Sicherung der direkten Teilnahme an der Champions League brauchen, lässt wenig Spielraum für Hoffnung. "Wir benötigen nur noch einen Punkt, aber werden trotzdem offensiv und voll auf Sieg spielen", versicherte 04-Kapitän Bendikt Höwedes.

Eintracht Braunschweig, das nur an den ersten beiden und am 12. Spieltag nicht Tabellenletzter war, benötigt viel Glück, um die Sensation zu schaffen. "Vielleicht bis auf zwei Städte ist es so, dass ganz Deutschland uns die Daumen drückt. Hamburg und Nürnberg muss man da ausnehmen", meinte Trainer Torsten Lieberknecht. Vermeintlich haben die Niedersachsen vom Abstiegs-Trio die besten Siegchancen, da es für 1899 Hoffenheim (9. Platz) um nichts mehr geht - sie sind aber auch seit 361 Minuten torlos. "Wir wollen sportlich sauber auftreten", versprach 1899-Trainer Markus Gisdol.

Neben dem packenden Finale im Liga-Keller ist auch der Kampf um die Champions-League-Plätze drei und vier noch spannend. Schalke (61 Punkte) braucht nur noch einen Zähler, um den Einzug perfekt zu machen. Der Tabellenvierte Bayer Leverkusen (58) könnte bei einem Sieg gegen Werder Bremen und einer Niederlage des Revierclubs noch auf Rang drei klettern. Umgekehrt kann der Werksclub bei einem Patzer des VfL Wolfsburg (57) oder sogar von Borussia Mönchengladbach (55), die bei den Niedersachsen gastiert, vom vierten Platz verdrängt werden. "Es ist unser Endspiel", sagt Bayer-Sportdirektor Rudi Völler und hofft nach dem katastrophalem Rückrundenstart auf das Happy End.

Ein doppelt glückliches Ende wünscht sich Robert Lewandowski vor seinem Abschied beim Vizemeister Borussia Dortmund. Der polnische Stürmer liegt mit 18 Treffern in der Torjägerliste gleichauf mit dem Münchner Mario Mandzukic und will die "Kanone" holen. "Das wäre cool", meinte der Bayern-Spieler in spe vor der Partie bei Hertha BSC. Außerdem will er seinem zukünftigen Arbeitgeber eine Woche später an gleicher Stätte den DFB-Pokal wegschnappen. Der FC Bayern kann dagegen schon nach der Heimpartie gegen den VfB Stuttgart eine Trophäe entgegennehmen: Die Meisterschale für den 24. Titelgewinn.