Bergisch Gladbach - Autos im Geländewagen-Look sind so beliebt wie nie. Sie verbrauchen zwar mehr als leichtere oder windschnittigere Wagen - aber angesichts sinkender Spritkosten scheint das für viele Käufer kein Hindernis zu sein.

Die sinkenden Spritpreise und der Ansturm auf Geländelimousinen erschweren laut einer Studie die Bemühungen der Autobauer um sparsamere Flotten. So sank der CO2-Ausstoß der 2014 neu zugelassenen Wagen auf dem wichtigsten EU-Markt Deutschland nur noch um 2,6 Prozent auf durchschnittlich 133 Gramm pro Kilometer, wie die Experten vom Zentrum für Automanagement aus Bergisch Gladbach berichteten. Das sei die geringste Verbesserung seit Jahren.

Im Kampf für mehr Klimaschutz dürfen die Flotten 2021 laut EU-Vorgabe im Schnitt nur noch 95 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer ausstoßen - aktuell liegen die Autobauer demnach noch 40 Prozent über diesem Zielwert. Dafür haben der Untersuchung zufolge auch die deutschen Hersteller noch enorme Anstrengungen zu meistern.

Studienleiter Stefan Bratzel verwies auf die sprunghaft steigende Beliebtheit der Geländelimousinen (SUV) und reinen Geländewagen. Ihre Nachfrage sei 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 21 beziehungsweise 7 Prozent gewachsen. Zusammen kämen beide Fahrzeugsegmente schon auf einen Neuwagenmarktanteil von gut 17 Prozent.

Entsprechend hoch ist der Effekt bei den Abgasen: Die CO2-Emissionen dieser Segmente hätten zuletzt mit 141 (SUV) und 166 (Geländewagen) Gramm pro Kilometer deutlich über dem Durchschnitt anderer Segmente gelegen wie etwa der Mittelklasse (128 Gramm) oder der Oberen Mittelklasse (138 Gramm).

"Im hohen Maße sind die sich verlangsamenden CO2-Verbesserungen damit den SUV-Nachfrageverschiebungen geschuldet", hält die Studie fest.

Im Vergleich der Hersteller mit großem Absatzvolumen zeigt sich, dass die französischen Autobauer Renault/Dacia sowie Peugeot/Citroën und allen voran die Japaner von Toyota/Lexus führen mit Flottenwerten von um die 120 Gramm pro Kilometer. Auch Ford und Volkswagen weisen noch eine gute Bilanz auf, wobei die Wolfsburger 2014 ihre CO2-Emissionen mit minus 3 Prozent überdurchschnittlich verminderten und hierzulande nunmehr bei einem Flottenschnitt von 130 Gramm pro Kilometer lägen.

Auch Opel habe mit 1,5 Prozent Plus Boden gutgemacht, liegt aber mit 135 Gramm/Kilometer noch vergleichsweise hoch. Demgegenüber schnitten die Koreaner Hyundai und Kia sowie Fiat aus Italien negativ oder zumindest unterdurchschnittlich ab. Im Oberklasse-Bereich machte Volvo den größten Sprung (gut 6 Prozent auf 137 Gramm) und rangiert auf dem Niveau der deutschen Konkurrenten Mercedes/Smart, Audi und BMW/Mini.