Köln - Schlanksein ist ein weit verbreitetes Schönheitsideal. Gerade junge Frauen wählen da oft eine ehrgeizige Zielmarke. Bisher galt vielen etwa Größe Zero als erstrebenswert, jetzt heißt die Abnehmparole Tigh Gap.

Manche Mädchen und junge Frauen halten es für erstrebenswert, im Stehen bei geschlossenen Beinen mit sich berührenden Füßen eine Lücke zwischen den Oberschenkeln zu haben. Dieses auf Englisch als Thigh Gap bezeichnete Phänomen ist ein gesundheitsgefährdender Schönheitstrend, vor dem Prof. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln eindringlich warnt. Denn oft versuchen die Betroffenen, dieses vermeintliche Ideal durch extremes Hungern zu erreichen. Dabei lässt es sich durch Abnehmen gar nicht erzielen.

Ob jemand einen Thigh Gap hat, ist vielmehr eine anatomische Frage: Die Lücke hänge maßgeblich von der Stellung und der Breite des Beckens ab, erläutert Froböse. Außerdem spiele die Form der Oberschenkelknochen eine Rolle. Auch eine normalgewichtige Frau könne eine schmale Oberschenkellücke haben, wenn ihre Knochen entsprechend gebaut sind.

Wer durch Abmagern versucht, diesen unerreichbaren Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen, riskiere ein gestörtes Verhältnis zu seinem eigenen Körper, warnt der Wissenschaftler. Das Essverhalten könne sich schleichend in eine falsche Richtung entwickeln. Problematisch sei, dass durch das extreme Hungern Muskeln abgebaut werden. Das kann gefährliche und möglicherweise bleibende Stoffwechselstörungen zur Folge haben, aus denen sich chronische Erkrankungen wie Diabetes entwickeln können.