Genf - Die Ebola-Epidemie breitet sich aus und fordert immer mehr Tote. Bislang gibt es keine bewährte Behandlung gegen die Krankheit. Nun prüft die WHO, ob der Einsatz noch nicht zugelassener Medikamente erlaubt werden kann.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will den Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika verstärken und prüft auch einen eventuellen Einsatz bislang nicht zugelassener Mittel. Der Ausbruch habe die Organisation in eine ungewöhnliche Situation gebracht, hieß es am Donnerstag (7. August) am Rande einer Sitzung des Notfall-Komitees der Organisation. Darauf müsse unter Umständen auch mit ungewöhnlichen Maßnahmen reagiert werden.

Beratungen über eine eventuelle Freigabe von Mitteln, die zum Beispiel in US-Labors noch in einer frühen Entwicklungsphase sind, will die WHO in der kommenden Woche aufnehmen. Zunächst werde dazu der Rat von Medizin-Ethikern eingeholt, erklärte dazu die Stellvertretende WHO-Generaldirektorin Marie-Paule Kieny am Mittwochabend.

"Wir haben hier eine Krankheit mit hoher Sterberate, ohne dass es eine bewährte Behandlung oder Impfung gibt", sagte sie. Die Ethiker müssten einschätzen, was für Ärzte in dieser Situation verantwortbar ist. Zwei aus den USA stammende Ebola-Patienten waren mit dem Mittel "ZMapp" behandelt worden. Dieses war zuvor an Affen, noch nicht aber in den üblichen klinischen Testreihen erprobt worden.

Den US-Amerikanern geht es zwar besser, jedoch ist unklar, ob dies nicht auch ohne das Mittel erreicht worden wäre und welche längerfristigen Nebenwirkungen es möglicherweise hat.