Düsseldorf - Gleitsichtbrillen ersparen Menschen, die kurz- und weitsichtig sind, das lästige Brillenwechseln. Doch wer komplett auf das Gestell verzichten will, hat mehrere Möglichkeiten. Multifokallinsen sind eine Variante.

Viele greifen zur Gleitsichtbrille, wenn sie unter Kurzsichtigkeit und altersbedingter Weitsichtigkeit leiden. Wer sich ohne Gestell auf der Nase wohler fühlt, kann aber auch auf Multifokallinsen ausweichen. Darauf weist Ingo Rütten vom Zentralverband der Augenoptiker hin. Das sind Kontaktlinsen, die wie Gleitsichtgläser mehreren Sehzonen haben. Damit immer der richtige Sehbereich vor die Pupille ist, sollten die Linsen vom Optiker oder Augenarzt angepasst werden. Denn der Sitz auf dem Auge sei entscheiden für gutes Sehen.

Manche Menschen kommen mit den multifokalen Linsen allerdings nicht zurecht und klagen über Kopfschmerzen und Schwindelgefühl. Sogenannte Bifokallinsen sind laut Rütten in solchen Fällen besser geeignet. Sie haben nur zwei Sehbereiche und fühlen sich für Träger dadurch angenehmer an. "Bei den Zweistärken-Linsen korrigiert ein Sehbereich die Ferne, und mit dem anderen Bereich wird das nahe Sehen ermöglicht", erklärt Rütten. Wie bei den Multifokallinsen kommt es hier auch auf die richtige Anpassung an. Kopfbewegung und Blickrichtung vom Träger werden dabei berücksichtigt.

Eine weitere Alternative zur Gleitsichtbrille ist die Monovision. "Dabei werden die Augen mit zwei unterschiedlichen Kontaktlinsen korrigiert - ein Auge für die Ferne und das andere für die Nähe", sagt er. Das Gehirn wählt situationsabhängig zwischen den beiden Augen den besseren Sehbereich aus.

Eine etwas umständlichere Variante ist die Kombination aus Lesebrille und Kontaktlinsen für die Ferne. Die Brille korrigiert das nahe Sehen, die Linsen verbessern die Kurzsichtigkeit. Dadurch ist ein ständiges Brillenwechseln nicht nötig. Das ist vor allem für Vielleser geeignet, erklärt der Experte.