Berlin - Ob im Kaufhaus, im Büro oder zu Hause - es kann überall passieren: Plötzlich hat jemand einen Herzstillstand, und Erste Hilfe ist gefragt. Die Minuten, bevor der Notarzt kommt, entscheiden über Leben und Tod. Viele wissen jedoch nicht, was zu tun ist.

Bei einem Herzstillstand zählt jede Minute. Ersthelfer können Leben retten. Doch oft fehlt die nötige Kenntnis. "Den einzigen Fehler, den man machen kann, ist, gar nichts zu machen", sagt Prof. Dietrich Andresen, Kardiologe und Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung. Je schneller und besser Ersthelfer reagieren, desto höher sind die Überlebenschancen des Betroffenen. Tipps für Ersthelfer:

1. Zustand prüfen: Ersthelfer prüfen als Erstes, ob der Betroffene wirklich bewusstlos ist, erklärt Prof. Andresen. Sie legen dafür die Person auf den Rücken und klopfen abwechselnd auf die linke und rechte Wange des Betroffenen und sprechen ihn an. Wenn er sich nicht bewegt, hat er einen Herzstillstand. Andresen rät davon ab, zu prüfen, ob der Betroffene einen Puls hat: "Das ist in solchen Situationen sehr schwer." Ersthelfer verlieren wichtige Minuten.


2. Notruf: Dann alarmieren Ersthelfer den Rettungswagen. Die Rufnummer dafür lautet 112. Am Telefon informieren sie die Leitstelle darüber, was passiert ist und wohin der Rettungswagen fahren soll. Auf keinen Fall rufen Ersthelfer stattdessen den Hausarzt zu Hilfe.


3. Wiederbelebung: Ersthelfer beginnen anschließend mit der Wiederbelebung. "Drücken, drücken, drücken", lautet die Faustregel von Prof. Andresen. Denn das Gehirn muss mit Sauerstoff versorgt werden. Das erreichen Ersthelfer mit einer Herzmassage. Dazu knien sie sich seitlich neben den Betroffenen und legen den linken Handballen auf die Mitte des Brustbeins. Anschließend legen sie die rechte Hand auf die linke und beginnen, kräftig zu drücken. Dabei sind die Arme gestreckt.


4. Im Takt bleiben: Ersthelfer sollten etwa 100 Mal pro Minute drücken und dabei nicht zimperlich sein. "Es reicht nicht, den Brustkorb einen Zentimeter nach unten zu drücken", sagt Andresen. Damit das Blut fließt, müssen es fünf bis sechs Zentimeter sein. Um im Rhythmus zu bleiben, können Ersthelfer im Takt des Bee-Gees-Popsongs "Staying Alive" drücken. Die Mund-zu-Mund-Beatmung lassen Ersthelfer dabei komplett weg. "Wenn jemand gerade erst umgefallen ist, reicht der Sauerstoff im Blut noch etwa für die nächsten acht Minuten."


5. Defibrillator: Ersthelfer sollten nicht erst auf die Suche nach einem externen Defibrillator gehen. Wichtiger ist es, den Patienten wiederzubeleben. Ist allerdings noch eine zweite Person vor Ort, kann sie nach einem Defibrillator schauen. Wird sie fündig, sollte der Defibrillator unter laufender Herzmassage angelegt werden. Nach dem ersten Schock wird die Herzmassage bis zum Eintreffen des Rettungsteams fortgeführt.


Service:


Ein Kostenfreies Herznotfall-Set der Deutschen Herzstiftung gibt es
hier.