Berlin - In Berlin grassiert eine schlimme Masern-Welle. Für viele Menschen stellt sich nun die Frage: Wie sieht es eigentlich mit meinem Impfschutz aus? Und wie erfahre ich es, wenn mein alter Impfpass verschwunden ist? Experten geben Antworten.

Wie kann ich meinen Masern-Impfschutz prüfen?


Alle Impfungen sind im Impfpass dokumentiert. Wenn der verschwunden ist, stellt der Hausarzt einen neuen aus. Allerdings werden in das neue Exemplar nur Impfungen, die nachweisbar - also dokumentiert - sind, eingetragen. Eine Möglichkeit ist es dann, alle Ärzte, von denen man geimpft wurde, abzuklappern und um Auszüge aus der Patientenakte zu bitten. Wenn aber zum Beispiel der Kinderarzt zwischenzeitlich in Rente gegangen ist und keine Auskunft mehr geben kann, hilft nur eines: noch einmal impfen lassen. Und für die Zukunft empfiehlt der Deutsche Hausärzteverband: "Der Hausarzt sollte über sämtliche Impfungen stets informiert sein und beispielsweise eine Kopie des Impfpasses vorliegen haben."

Gibt es weitere Möglichkeiten, wie ich meinen Impfschutz prüfen lassen kann?


Jein. Ob man geimpft ist, lässt sich auch mit einem Bluttest prüfen. Allerdings sollten sich Patienten besser nicht darauf verlassen. Denn nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) sind fehlerhafte Laborbefunde, die fälschlicherweise einen ausreichenden Schutz attestieren, nicht ausgeschlossen. Die sogenannte Titertestung, bei der das Blut auf Masern-Antikörper untersucht wird, hält das RKI daher nicht für sinnvoll. Besser sei es, sich im Zweifel erneut impfen zu lassen, denn man könne nicht "überimpfen".

Wann bin ich gegen Masern geschützt?


Eine zweimalige Impfung gegen Masern bietet einen optimalen Schutz. Denn zwischen fünf und zehn Prozent der Geimpften werden nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) durch die erste Impfung gegen Masern nicht immun. Nach zwei Impfungen sinke dieser Anteil, so dass die Impfeffektivität auf bis zu 99 Prozent steige. Grundsätzlich wird nach zweimaliger Impfung nach Angaben des RKI von einer lebenslangen Immunität ausgegangen. Wer sich gegen Masern impfen lässt, ist aber nicht sofort gegen die Krankheit immun. Bis dahin dauert es ungefähr 10 bis 14 Tage, erklärt Prof. Thomas Löscher, Leiter der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin des Klinikums der Universität München. Auch wer mal die Masern hatte, ist dagegen immun.

Was ist, wenn ich nur einmal geimpft bin oder es nicht genau weiß?


Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt in einem solchen Fall, sich einmal gegen Masern impfen zu lassen - unabhängig davon, ob man bisher einmal oder noch gar nicht geimpft ist. Da Masern hochansteckend sind, führt fast jeder Kontakt von ungeschützten Personen mit einem Erkrankten zu einer Ansteckung. Darauf weist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hin. Zudem können Masern bereits fünf Tage vor Auftreten des Hautausschlags übertragen werden. Masern verbreiten sich über Tröpfcheninfektion und durch den Kontakt mit virenhaltigen Körperflüssigkeiten. Hohes Fieber und der typische Ausschlag sind die häufigsten Symptome, es kann aber auch zu lebensbedrohlichen Lungen- oder Gehirnentzündungen kommen.