Stuttgart - Fallen die Aktienkurse, werden viele Anleger nervös. Doch nur wer ruhig bleibt, gewinnt am Ende. Die Börse unterliegt natürlichen Schwankungen. Nur wer auf das völlig falsche Pferd gesetzt hat, sollte aussteigen.

Bei der Geldanlage ist es ein wenig wie beim Joggen: Man sollte nicht aus der Puste geraten. "Ausdauer und Geduld zahlen sich aus", sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart. "Lassen Sie sich daher nicht von ihrem Berater dazu überreden, ihr Depot ständig umzuschichten." Denn Finanzverkäufer nutzten bestimmte Marktentwicklungen mitunter aus, um Kunden neue Produkte zu verkaufen. "Wer häufig umschichtet, hat aber in erster Linie hohe Kosten." Wer hingegen Geduld beweist, kann diese Kosten sparen.

"Außerdem ist es vollkommen normal, dass der Aktienmarkt schwankt. Diese Schwankungen kann übrigens auch kein Berater vorhersehen", erklärt der Finanzexperte. "Verlustphasen muss man auch einfach aussitzen können. Die Kurse erholten sich schließlich bislang immer, selbst nach handfesten Krisen." Beispiel Finanzkrise: Nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman 2008 fiel allein der US-Aktienindex Dow Jones von knapp 13 000 Punkten auf etwa 6470 Punkte. "Inzwischen liegt der Index aber bei über 16 000 Punkten und damit sogar höher als direkt vor dem Absturz 2007."

Zu sehr quälen sollten sich Anleger allerdings nicht, denn nicht in jedem Fall ist Durchhalten der beste Rat. "Bei einzelnen Aktien kann der Umschwung auch dauerhaft ausbleiben, anders als bei marktbreiten Indexanlagen wie einem börsengehandelten Fonds", erklärt Nauhauser. Auch wer wegen einer Renovierung im Bad, dem Kauf eines neuen Autos oder eines Hauses einen Kredit aufnehmen muss, sollte über einen Verkauf der Geldanlagen nachdenken, um teure Kreditzinsen zu vermeiden.