Berlin - Vielen Menschen sind Finanzprodukte zu kompliziert, geht aus einer Umfrage im Auftrag des Bundesverbands deutscher Banken hervor. Die Komplexität und das große Angebot machen gerade Senioren zu schaffen. Es gilt: Vertrauen ist gut, Nachfragen besser.

Irgendwann ist es soweit: Die Lebensversicherung oder der Sparplan, in die jahrelang eingezahlt wurde, werden fällig. Doch wohin mit dem Geld? "Senioren sollten sich in so einer Situation Gedanken darüber machen, was sie genau wollen", empfiehlt Eberhard Beer von den "Alten Hasen", einem Netzwerk von Bankern im Ruhestand, die ihre Altersgenossen bei der Geldanlage beraten. "Denn je nachdem, ob das Geld zum Beispiel für die Enkel oder einen selbst bestimmt ist, sind verschiedene Anlageformen empfehlenswert." Im ersten Fall kommen auch längere Laufzeiten in Betracht, im zweiten Fall ist eine flexiblere Anlage besser. Drei wichtige Punkte bei der Auswahl:

Verständlichkeit: Manche Berater empfehlen gerne Produkte, bei denen sie gute Provisionen bekommen. "Aber nicht immer verstehen Anleger dann, was sie da eigentlich kaufen", hat Beer beobachtet. Doch das ist wichtig, unter anderem um das Risiko einer Geldanlage richtig einschätzen zu können. Der Tipp: "Im Zweifel müssen Sie genau nachfragen!"


Auswahl: Viele ältere Kunden vertrauen seit Jahren derselben Bank. "Oft folgen sie dann den Empfehlungen des Finanzberaters", sagt Beer. Doch andere Geldinstitute haben möglicherweise bessere Produkte. "Sie sollten sich die Mühe machen, mehrere Angebote einzuholen", rät Beer deshalb. Vielleicht lohne sich sogar eine Honorarberatung. Hier gebe es zumindest einen besseren Überblick über die Angebotspalette.


Sicherheit: Manche Geldanlagen versprechen eine hohe Rendite. Doch das ist oft mit einem höheren Risiko verbunden. "Sie sollten immer auf die Sicherheit der angebotenen Produkte achten", erklärt Beer. Allein bei eigentlich als sicher geltenden Tagesgeldkonten könne es Unterschiede geben: "Hier müssen Sie immer schauen, welche Einlagensicherung im Ernstfall greift." Bei ausländischen Instituten kann das Risiko höher sein.