Sachsen-Anhalt auf der CeBit 2016

Auf der IT-Messe CeBit werden wie schon im Vorjahr rund 3300 Aussteller aus insgesamt 70 Ländern die jüngsten Trends der Digitalisierung präsentieren. Die Hallen auf dem Messegelände in Hannover sind bis Freitag täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Der Normalpreis für ein Dauerticket beläuft sich auf 60 Euro an der Tageskasse (ermäßigt: 25 Euro).

14 Unternehmen aus Sachsen-Anhalt stellen nach Angaben der Investitions- und Marketinggesellschaft in diesem Jahr neue Produkte und Innovationen vor. Hinzu kommen Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Der Gemeinschaftsstand des Bundeslandes befindet sich in Halle 6/Stand B30. Eine Auswahl:

Tinker Toys: Das Magdeburger Startup Tinker Toys macht Kinderträume wahr. „Tinker Toys ist der Spielzeugladen der Zukunft“, sagt Unternehmensgründer Sebastian Friedrich. Kinder entwerfen ihr Spielzeug am Computer. Mit einem 3D-Drucker wird der Entwurf hergestellt.

Gisa GmbH: In einigen Jahren wird sicher kein Beamter mehr mit Papier unter dem Arm über den Flur laufen. Die Umstellung auf eine elektronische Aktenführung und Bearbeitung sämtlicher Verwaltungsvorgänge durch entsprechende IT-Lösungen ist eines der Geschäftsfelder der GISA GmbH aus Halle. Das Unternehmen hat deutschlandweit mehr als 660 Beschäftigte an sechs Standorten. Der Umsatz lag im vergangenen Jahr bei mehr als 87 Millionen Euro.

Advolaris: Mit einer webbasierten Seminarverwaltungssoftware bietet die Firma aus Hasselfelde (Landkreis Harz) Unterstützung von der ersten Idee eines Schulungsangebots bis zur kaufmännischen Auswertung. Für Erleichterung im Alltag sorgt die direkte Online-Interaktion zwischen Bildungsanbieter und Teilnehmern sowie Dozenten.

Q-Fin: Banken, Finanzinstitute, Verwaltungen und die Industrie sind auf den sorgsamen Umgang mit ihren Finanzdaten angewiesen. Q-Fin ist ein innovatives Consulting- und Softwareentwicklungsunternehmen mit Sitz in Magdeburg. Die Firma entwickelt nicht nur die Software sondern übernimmt auch das komplette Prozessmanagement. (ba)

Magdeburg/  Hannover l Die Alarmanlage schrillt. Der Einbrecher ist im Haus, schaut sich um, steckt seine Beute ein. Wenn die Polizei eintrifft, ist der Täter mit seinem Diebesgut längst wieder verschwunden. Die anschließenden Ermittlungen verlaufen im Sand. 85 Prozent aller Einbrüche können laut Statistik des Bundes- kriminalamtes nicht aufgeklärt werden. Das Unternehmen AMG Sicherheitstechnik aus Gommern (Landkreis Jerichower Land) hat den Einbruchsschutz nun völlig neu erdacht und die erste Einbruch-Aufklärungsanlage der Welt entwickelt. Das Produkt Alarmtab wird ab Montag auf der CeBit in Hannover vorgestellt.

„Mit dem Alarmtab steht nicht nur die Meldung des Einbruchs im Fokus. Denn das reicht nicht aus. Unser Produkt kann einen Einbruch aufklären und die Polizei zum Täter führen“, verspricht Carsten Gehrmann, Assistent der Geschäftsführung bei AMG Sicherheitstechnik. Das Alarmtab soll, so der Hersteller, den Weg des Einbrechers durch das Haus bestimmen. „Wenn ein Täter einbricht, wird etwas gestohlen. Das können wir nicht verhindern“, sagt Gehrmann. Deshalb bietet Alarmtab dem Täter einen der am häufigsten gestohlenen Wertgegenstände als Beute an – ein Tablet-PC. „Unmittelbar nachdem der Dieb das Tablet eingesteckt hat, beginnt das Alarmtab mit der Vertreibung des Täters aus dem Haus“, so der 23-Jährige. Hundegebell und eine Männerstimme sollen den Langfinger zur Flucht bewegen. Dann beginnt die Aufklärung: Das Alarmtab soll Bilder, Stimmen und Standort des Täters übermitteln und so die Polizei bei der Ergreifung unterstützen. Das Alarmtab soll ab 480 Euro kosten.

Mehr als zwei Jahre haben Carsten Gehrmann und sein Vater Klaus an der Idee getüftelt, konnten dabei auch auf ihre langjährige Erfahrung zurückgreifen. Seit 1988 entwickelt und fertigt das Unternehmen AMG Alarmsysteme und Überwachungstechnik. Die Produkte werden europaweit vertrieben. Die Firma hat 24 Mitarbeiter und macht etwa zwei Millionen Euro Jahresumsatz.

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Auf der CeBit in Hannover werden nach Angaben der Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt 14 Unternehmen aus dem Bundesland in diesem Jahr ihre Produkte und Dienstleistungen präsentieren. Darunter auch die Firma Teleport aus Barleben (Landkreis Börde), die Unternehmen auf dem Weg in das digitale Zeitalter begleiten will.

„Die Digitalisierung ist ein Thema, bei dem viele Unternehmen das Gefühl haben, sie müssten etwas tun. Aber viele wissen nicht was“, erklärt Geschäftsführer Marco Langhof. Teleport beleuchtet mit seinen Kunden die gesamte Wertschöpfungskette, will so Potenziale erkennen und mit Hilfe der Digitalisierung auch neue Geschäftsfelder erschließen. Die 50 Teleport-Mitarbeiter erwirtschaften mit diesen Dienstleistungen einen jährlichen Umsatz von rund vier Millionen Euro.

Partnerland der CeBit ist in diesem Jahr die Schweiz. Im Vorjahr kamen rund 3300 Aussteller aus 70 Ländern. Offizielle Zahlen für dieses Jahr liegen noch nicht vor, dürften sich aber auf ähnlichem Niveau bewegen. Die großen Themen der Messe sind das Internet der Dinge, die digitale Transformation sowie neue Chancen, Geschäftsmodelle und Risiken durch die Auswertung großer Datenmengen.