Klietz l Die Kontrolle ergab: Zehn Braune Langohren überwintern hier. „Das freut uns sehr“, sind Anneliese und Joachim Steinborn glücklich, weil ihre Mühe von Erfolg gekrönt ist. Überhaupt stimmen die Zahlen der Winterkontrolle optimistisch: 158 Fledermäuse haben sie in den zurückliegenden frostigen Tagen gezählt.

Diese haben in den 13 frostfreien Erdräumen, die sich im Umfeld der Klietzer Heide befinden, in Mehrkammersteinen oder auch frei an der Decke hängend Zuflucht vor der Kälte gefunden. „Das sind mehr Fledermäuse als im Vorjahr“, resümiert Anneliese Steinborn und zählt auf: 107 Braune Langohren, 26 Fransenfledermäuse, elf Mopsfledermäuse, neun Wasserfledermäuse und fünf nicht klar bestimmbare Fledermäuse. Zu gut hatten sich die fünf in den schmalen Schlitzen der Steine versteckt.

Behutsam erfolgte die Kon­trolle mit einem kurzen Schein der Taschenlampe. Denn Fledermäuse dürfen nicht im Winterschlaf gestört werden, da sie sonst ihre Körperfunktionen hochfahren; die dabei verbrauchte Energie fehlt dann beim Start im Frühjahr.

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Seit 1999 unterstützt Anneliese Steinborn ihren Mann bei dessen Bemühungen, den Fledermäusen gute Bedingungen zu bieten – nicht nur mit Winterquartieren, sondern auch mit künstlichen Fledermaushöhlen, die sich an vielen Bäumen in den Klietzer Wäldern und im Stendaler Stadtforst befinden.

Hilfe bei der diesjährigen Winterkontrolle hatten Steinborns von Fabian Sieg. Der Klietzer ist Mitarbeiter des Ingenieurbüros „IHU Geologie und Analytik GmbH“ in Stendal, Fachbereich Landschaftsplanung und Ökologie, und unter anderem damit beschäftigt, naturschutzfachliche Gutachten für Bauvorhaben zu erstellen. Joachim Steinborn hat ihn als Mentor in die Artengruppe der Fledermäuse eingearbeitet. Auch bei den letzten beiden Fledermaus-Nächten am Klietzer See war Fabian Sieg dabei.