Magdeburg l Zwölf Konzerte, eine musikalische Stadtführung, Auftritte in Gottesdiensten und im öffentlichen Raum werden die vier Festivaltage bestimmen. Der Kartenvorverkauf beginnt heute. Nicht nur in Kirchen, im Opern- und im Gesellschaftshaus treten die Ensembles auf, sagte der Künstlerische Leiter Reinhold Stiebert am Mittwoch in Magdeburg. Ganz bewusst baue man Brücken in den Alltag, wolle an eher ungewöhnlichen Orten wie in einem Einkaufszentrum oder im Innenhof des Hundertwasserhauses mit musikalischen Kostproben auf das Publikum zugehen. Auf diese Weise solle es gelingen, ein buntes und fröhliches Fest auszurichten.

Unter dem Motto „Welt in Atem“

Mit dem Motto „Welt in Atem“ hat der Verband Deutscher Konzertchöre (VDKC), der gemeinsam mit der Stadt Magdeburg das Festival ausrichtet, vor allem historische Ereignisse im Blick, erläuterte Stiebert. Zum Reformationsjubiläum stehe das Wirken Martin Luthers ebenso im Mittelpunkt wie die reiche Barocktradition Mitteldeutschlands und der in Magdeburg geborene Komponist Georg Philipp Telemann, dessen 250. Todestag im kommenden Jahr begangen wird. Auch der 100. Jahrestag der Oktoberrevolution in Russland spiele eine Rolle. „Diese Ereignisse reichen weit ins Heute, beschäftigen uns politisch wie kulturell“, schätzte er ein. Krisen, Umbrüche und Entwicklungen erforderten in der Gegenwart einen langen Atem. Singen und Musizieren verbänden dabei in besonderer Weise.

Das bundesweite Chortreffen findet alle vier Jahre statt. Dem VDKC gehören 530 Ensembles an. Darunter sind der Dresdner Kreuzchor, die Hallenser Madrigalisten und der Magdeburger Domchor. Traditionell wird zudem der Georg-Friedrich-Händel-Ring verliehen. Ihn erhält im kommenden Jahr der Berliner Dirigent und Chorleiter Jörg-Peter Weigle. Er wirkt als Professor an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ und leitete beispielsweise die Stuttgarter Philharmoniker und den Rundfunkchor Leipzig.

Unterstützung von Bund, Land, Stadt

30 junge Konzertsänger erhalten während des Festivals zudem die Möglichkeit, sich nach ihrem Hochschulstudium einem Fachpublikum und bei öffentlichen Auftritten vorzustellen. Eine Jury bewertet die Leistungen. Als Preise winken Konzert-Engagements.

Nach Angaben von Reinhold Stiebert ist die Finanzierung des Chorfestivals gesichert. Die Teilnehmer würden ohne Honorare auftreten. Der Bund, das Land Sachsen-Anhalt und die Stadt Magdeburg unterstützten mit Fördermitteln.