Berlin - Der Schriftsteller und langjährige DDR-Regimekritiker Hans Joachim Schädlich ist neuer Träger des Berliner Literaturpreises.

Der 78-Jährige übernimmt damit zum Sommersemester zugleich die Heiner-Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik an der Freien Universität Berlin. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) würdigte Schädlich im Vorfeld der Preisverleihung am Mittwochabend als "herausragenden Beobachter und unbestechlichen Chronisten der Gegenwart".

Die mit 30 000 Euro dotierte Auszeichnung wird von der Berliner Stiftung Preußische Seehandlung vergeben. Zu den bisherigen Preisträgern gehörten Herta Müller, Durs Grünbein, Dea Loher, Sibylle Lewitscharoff und Rainald Goetz.

Schädlich, 1935 im Vogtland geboren, war als Autor in der DDR zahlreichen Schikanen ausgesetzt, bis er 1977 in den Westen übersiedelte. Zu seinen bekannten Werken gehören die regimekritischen Texte "Versuchte Nähe" (1975), die Spitzelgeschichte "Tallhover" (1986) und der Roman "Kokoschkins Reise" (2010).