Berlin - Knapp zwei Wochen nach seiner Festnahme in Abu Dhabi ist der Schriftsteller Jörg Albrecht wieder nach Berlin zurückgekehrt.

Der 32-Jährige machte nach seiner Ankunft am Mittwoch in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa die Unterstützung aus Deutschland für seine Freilassung verantwortlich.

"Wie man mir sagte, war es allein diesen gebündelten Aktionen zu verdanken, dass ich jetzt doch so schnell aus Abu Dhabi rauskonnte", sagte er und verwies auf politische, diplomatische und persönliche Hilfe, aber auch auf eine Petition von Schriftstellerkollegen, die mehr als 6000 Menschen unterschrieben hatten. "Meine Hoffnung stieg auf jeden Fall durch diesen Support - und das zurecht", sagte er.

Albrecht war vor zwei Wochen in Abu Dhabi unter Spionageverdacht festgenommen worden, weil er bei einem Spaziergang die Botschaften von Irak und Iran fotografiert hatte. Drei Tage saß er in Haft, danach erhielt er Ausreiseverbot. Eine Erklärung dafür habe er von den Behörden nicht bekommen.

"Angeblich sollte das iPad, mit dem ich fotografiert hatte, nochmal untersucht werden", berichtete er. "Ich hatte deshalb zwischenzeitlich auch enorme Panik: Würde man noch etwas finden, um es gegen mich zu verwenden?" Über die Ausreiseerlaubnis habe ihn dann am Dienstag die deutsche Botschaft informiert. Eine Entschuldigung der Behörden habe es nicht gegeben.

Der in Berlin lebende Schriftsteller war als Gast einer deutsch-schweizerischen Delegation zur Buchmesse nach Abu Dhabi gereist. Er ist Autor von Romanen, Essays, Theaterstücken und Hörspielen und hat mehrere Förderpreise erhalten.