Berlin - Die geplante Berliner Metropolenbibliothek verzögert sich um Jahre. Nach dem Nein der Berliner Bürger zur Bebauung des früheren Flughafengeländes Tempelhof kündigte Kulturstaatssekretär Tim Renner (SPD) am Montag ein Moratorium für das Projekt an.

Zunächst müsse das bisherige Verfahren sauber abgewickelt werden, dann werde man alternative Standorte und den Bedarf neu prüfen, sagte Renner im Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses.

Der auf 270 Millionen Euro veranschlagte Neubau sollte die bisher drei Standorte der Zentral- und Landesbibliothek ersetzen. Seit 2008 lief die konkrete Planung, im vergangenen Jahr wurden nach einem Architektenwettbewerb zwei Siegerentwürfe gekürt. "Jetzt stehen wir wieder bei Null", sagte die Grünen-Abgeordnete Sabine Bangert. "Es rächt sich bitter, dass nicht schon längst Alternativen geprüft wurden."

In einem Volksentscheid hatten die Berliner am Sonntag mit 64,3 Prozent überraschend deutlich jede Bebauung auf dem früheren Flughafengelände abgelehnt - und damit auch die "Superbibliothek". Mögliche Alternativen wären eine Sanierung des ehemaligen Flughafengebäudes oder der Ausbau eines der bisherigen Gebäude. Die Landesbibliothek selbst dringt weiter auf einen eigenen Neubau.