London - Die Tagebücher und Notizen des britischen Dichters Siegfried Sassoon über seine Teilnahme am Ersten Weltkrieg sind ab Freitag (1. August) online zu lesen.

Die 4100 handgeschriebenen Seiten, Zeichnungen und Notizen wurden von der Universitätsbibliothek in Cambridge digitalisiert, die die Tagebücher 2009 erworben hatte.

Sie geben nach Angaben der Universität einen "einmaligen Einblick" in die Erfahrungen des Offiziers, der sich später gegen den Krieg wandte. Auf den Seiten sind noch Spuren von Kerzenwachs und Schlamm aus den Schützengräben zu erkennen. Auch Nachkriegseintragungen und der Palästina-Konflikt Anfang der 1930er Jahre sind darin festgehalten.

Zu sehen ist auch ein Entwurf von Sassoons Manifest gegen den Krieg, die "Soldier\'s Declaration." Noch 1916 hatte Sassoon eine hohe militärische Auszeichnung erhalten. Er galt als führender Vertreter der sogenannten Gruppe der Gentleman-Soldiers im Ersten Weltkrieg. Sassoon, der aus einer jüdischen Kaufmannsfamilie stammte, starb 1967 in Südwestengland. Das veröffentlichte Material enthält auch seine Aufzeichnungen aus den Nachkriegsjahren und dem Palästina-Konflikt 1931-1932.