Mainz - Für sein Engagement für mehr gesellschaftliche Toleranz ist der Schriftsteller Navid Kermani in Mainz mit dem Gerty-Spies-Literaturpreis ausgezeichnet worden. Unter anderem sein "Eintreten für den offenen Umgang in der Einwanderungsgesellschaft Deutschlands" habe die Jury überzeugt, teilte die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz mit.

Der Islamwissenschaftler habe zudem ein "beeindruckendes poetisches Werk" geschaffen. Der Preis ist mit 5000 Euro verbunden und nach der Schriftstellerin und Holocaust-Überlebenden Gerty Spies benannt. Frühere Preisträger sind unter anderem Eva Menasse, Christoph Hein und Günter Wallraff.

Die Jury hob Kermanis Buch "Ausnahmezustand: Reisen in eine beunruhigte Welt" mit Reportagen aus Krisenregionen hervor. Darin besteche seine Beobachtungsgabe, mit der er politische Auseinandersetzungen durch Alltagsszenen und menschliche Begegnungen begreifbar mache. Der 46 Jahre alte Orientalist wurde in Siegen geboren und lebt in Köln.

Erst in der vergangenen Woche war Kermani in Rheinland-Pfalz mit dem Joseph-Breitbach-Preis geehrt worden. Mit einer Summe von 50 000 Euro ist die Auszeichnung einer der höchstdotierten deutschen Literaturpreise.