Berlin - Der Dresdner Schriftsteller Marcel Beyer ist für sein risikofreudiges Werk mit dem Kleist-Preis ausgezeichnet worden.

Hortensia Völckers, Direktorin der Kulturstiftung des Bundes, würdigte den 49-Jährigen bei einer Feierstunde im Berliner Ensemble als "Sprachkünstler" und "Wortmusiker", der den Leser immer wieder zu einem Detektivspiel verführe.

"Marcel Beyers Romane legen Spuren. Sie verstecken und verwischen Spuren, legen Fährten, die im Nebel aus historisch Gesichertem und überrealistisch Imaginiertem verschwinden", sagte Völckers als Vertrauensperson der Jury am Sonntag - dem 49. Geburtstag des Autors.

Der mit 20 000 Euro dotierte Preis wird jährlich von der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft vergeben. Er geht an Schriftsteller, die wie der Namensgeber als Vordenker für die Zukunft gelten können. Bisherige Träger waren etwa Heiner Müller, Herta Müller, Daniel Kehlmann und Sibylle Lewitscharoff.

Beyer wurde mit Werken wie "Flughunde", "Spione" und "Putins Briefkasten" bekannt. Er ist schon vielfach ausgezeichnet worden, unter anderem mit dem Heinrich-Böll-Preis, dem Bremer Literaturpreis und dem Oskar Pastior Preis.

Völckers verglich seine Arbeit mit der eines Fotografen: "Versuche, das Schaukeln der gegenständlichen Welt in Momentaufnahmen zu bannen - auf einem Film von Worten und Grammatiken, mit einer Blende, die so weit ist, dass sie Orte und Zeiten, Geschichte und Imaginationen in ein Bild fasst."