Brüssel/Hamburg - Die Zeichnungen des Comic-Künstlers Hergé - Vater von "Tim und Struppi" - sind gefragt: Ein Werk des Belgiers Georges Rémi (1907-1983) ist in Brüssel für mehr als eine halbe Million Euro versteigert worden.

Es handelt sich um eine Zeichnung für das Deckblatt eines Bandes der "Tim und Struppi"-Reihe, die am Sonntagabend für 539 880 Euro verkauft wurde. Ihr Wert war nach Angaben auf der Internetseite des Auktionshauses "Million" zuvor auf 350 000 bis 400 000 Euro geschätzt worden. Der Originalband war demnach im Juli 1939 erschienen.

Einen Spitzenwert für einen Hergé hatte im Mai eine Auktion in Paris erbracht, als ein amerikanischer Sammler 2,65 Millionen Euro (geschätzt: bis 900 000 Euro) für eine Zeichnung zahlte. Sie zeigt Szenen aus den Abenteuern des Reporter-Detektivs Tim mit seinem Hund Struppi und war ein Vorsatzblatt der Comics.

Der Programmleiter Comic des Hamburger Carlsen-Verlags, Klaus Schikowski, freute sich über die ungebrochene Popularität des bekanntesten Hergé-Werks. "Es ist schön, wenn "Tim und Struppi" Schlagzeilen machen." Der Carlsen-Verlags verlegt in Deutschland die Comic-Serie seit 1967. "Hergé hat mit seinen klaren Linien einen zeitlosen Stil geprägt", ergänzte der Programmleiter. Es sei gut, dass auch Comics so wertvoll wie Kunstobjekte eingeschätzt würden. Den Rekordpreis erzielte im August 2014 ein erster Comic mit Superman, der 3,2 Millionen Dollar (2,5 Mio Euro) einbrachte.

Aber auch das knappe Hergé-Angebot kann Grund für dessen hohe Auktionspreise sein. Der Künstler hatte nach Verlagsangaben in seinem Testament verfügt, dass die Figuren von keinem anderen Zeichner weitergeführt werden dürften. So entstanden seit 1929 nur 24 Comic-Alben. Vielleicht sind es aber auch Kindheitserinnerungen oder die Freude, durch Zeichnungen in eine andere Welt entführt zu werden, die die Sammler zu Spitzenpreisen herausfordern, wie das Pariser Auktionshaus Artcurial nach seiner Hergé-Auktion im Mai schrieb.