Köln - Die Attentäter von Paris sind nach Ansicht des französischen Schriftstellers Michel Houellebecq (56) keine Dämonen. "Sie sind Kämpfer, die ein sehr klares Ziel verfolgen", sagte der Bestsellerautor der Wochenzeitung "Die Zeit".

Er könne sich vorstellen, ein Buch über sie zu schreiben: "Zumindest würde ich besser über sie schreiben als die Journalisten, die sie zu Dämonen erklären." In seinem Roman "Unterwerfung" schildert Houellebecq, wie Gleichgültigkeit und Desinteresse des etablierten Bürgertums der extremen Rechten und dem Islamismus in die Hände spielen.

Im "Zeit"-Interview sagte Houellebecq, eine Gesellschaft ohne Religion sei nicht überlebensfähig. "Jedes Mal, wenn ich auf eine Beerdigung gehe, spüre ich, dass der Atheismus unserer Gesellschaften unerträglich geworden ist."

Houellebecq hatte "Unterwerfung" am Montag in Köln vorgestellt. Es war sein erster öffentlicher Auftritt nach den Anschlägen in Paris, bei denen islamistische Terroristen 16 Menschen töteten. Eines der Attentate galt dem Satiremagazin "Charlie Hebdo". Dort wurden am selben Tag zwölf Menschen ermordet, als Houellebecqs Roman erschien. Er war auch Thema im Magazin.

In Deutschland ist "Unterwerfung" inzwischen ein Bestseller.