Potsdam/Ochsenfurt - Der Schriftsteller Peter Abraham, einer der bekanntesten Kinderbuchautoren der DDR, ist im Alter von 79 Jahren gestorben.

Dies teilte sein Verlag Kulturmaschinen aus Ochsenfurt (Bayern) mit und bestätigte einen Bericht der Tageszeitung "Neues Deutschland". Abraham starb bereits am 6. Februar in Potsdam.

Bekannt wurde er ab Mitte der 1970er Jahre durch sein Buch "Das Schulgespenst". Darin tauscht die kleine Carola Huflattich mit einem zufällig in der Schule entdeckten Gespenst zunächst die Rolle, will dann aber ihr eigenes Leben wieder zurück. 1986 wurde das Buch verfilmt.

Nach der Wende schrieb Abraham Fortsetzungen über die Erlebnisse des Schulgespenstes. Dann widmete er sich seiner Autobiografie. 2011 erschien das Buch "Als ich das Spielen verlernte" über seine Kindheit in der Nazi-Zeit.

Nach Angaben des Verlages hat Abraham insgesamt mehr als 30 Bücher geschrieben. Sieben Filme seien nach seinen Vorlagen gedreht worden.

Abraham, der am 19. Januar 1936 geboren wurde, musste nach dem Tod der Mutter mit seinem jüdischen Vater untertauchen und lebte bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs unter falschem Namen. In den Kriegswirren verschlug es ihn in ein polnisches Kinderheim. Nach Ostberlin kam er 1949 zurück. Er studierte an der Hochschule für Film und Fernsehen und arbeitete beim DDR-Fernsehen und der DDR-Filmfabrik DEFA als Autor. Ab Mitte der 1970er Jahre war er als freier Schriftsteller tätig.