Berlin - Der in Berlin lebende, kurdischstämmige Schriftsteller Sherko Fatah (50) ist neuer Träger des Großen Kunstpreises Berlin. Die Jury sprach dem Autor die mit 15 000 Euro dotierte Auszeichnung für sein Werk zu, das eine seltene politische und existenzielle Dringlichkeit habe.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller verwies vor der Preisverleihung am Mittwochabend darauf, dass Fatah eine doppelte Verwurzelung in Berlin wie auch in der nordirakischen Heimat seines Vaters habe. "Sein Werk kann uns zumindest helfen, politisch und auch menschlich besser zu verstehen, was sich dort vollzieht."

Der Große Kunstpreis wird im Auftrag des Landes Berlin von der Akademie der Künste vergeben. Die mit jeweils 5000 Euro dotierten Spartenpreise gingen an Marta Popivoda (Bildende Kunst), Achim Menges (Baukunst), Rafael Nassif und Marena Whitcher (Musik), Thomas Melle (Literatur), das Kollektiv laborgras (Darstellende Kunst) und Andrey Zvyagintsev (Film- und Medienkunst).

Fatah, Sohn eines irakischen Kurden und einer Deutschen, bewegt sich in seinen Büchern fast immer im Spannungsfeld zwischen arabischer und westlicher Welt. Titel sind etwa die Romane "Im Grenzland", "Das dunkle Schiff", "Ein weißes Land" und "Der letzte Ort".