Zürich/Frankfurt - Als Folge der Euroschwäche hat der Schweizer Diogenes-Verlag seine diesjährige Teilnahme an der Frankfurter Buchmesse (14. bis 18.10.) abgesagt.

"Wir haben uns zu dieser Sparmaßnahme entschlossen, damit wir ein gesundes Unternehmen bleiben und unsere Planungssicherheit gewährleisten können", sagte Verlagssprecherin Ruth Geiger am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Sie bestätigte damit einen Bericht der "Aargauer Zeitung". Die Frankfurter Buchmesse ist der weltweit wichtigste Branchentreff, zu dem regelmäßig rund 7000 Aussteller aus rund 100 Ländern kommen. Die Messe bedauerte die Absage.

Diogenes leidet wie andere exportorientierte Unternehmen der Schweiz darunter, dass der Kurs des Euro gegenüber dem Franken um fast 20 Prozent abgesackt ist. Auslöser dafür war die Entscheidung der Schweizerischen Nationalbank vom 15. Januar, die Bindung des Franken an den Euro durch einen Mindestkurs aufzugeben.

Das Verlagshaus, das 90 Prozent seines Umsatzes im Euroland Deutschland macht, sei gezwungen worden, Sparpotenziale zu aktivieren, erläuterte Geiger. "Dadurch bleibt das Unternehmen wirtschaftlich gesund und keine der 65 Stellen in Zürich ist gefährdet." Zudem habe Diogenes im März ein gutes Umsatzplus erwirtschaftet - unter anderem durch die erfolgreichen Romane "Kindeswohl" von Ian McEwan und "Montecristo" von Martin Suter.

Die Frankfurter Buchmesse bedauerte die Absage. Diogenes sei wegen seiner Abhängigkeit vom deutschen Markt ein spezieller Fall, sagte Buchmessen-Sprecherin Katja Böhne der dpa. Sie wollte aber nicht ausschließen, dass andere Schweizer Verlage der weltgrößten Bücherschau ebenfalls fernbleiben könnten. Allerdings machten diese ihr Kerngeschäft vor allem in ihrem Heimatland.