München - Terézia Mora schreibt nicht nur viel, sie denkt auch viel übers Schreiben nach. Für die Universität Frankfurt war es deshalb naheliegend, sie zu ihren seit langem etablierten Poetik-Vorlesungen einzuladen.

Die Liste namhafter Autoren ist lang, die dabei über Literatur und den Prozess, wie sie entsteht, gesprochen haben. Ingeborg Bachmann und Martin Walser gehören ebenso dazu wie Juli Zeh. Bei Mora war das Timing perfekt: Ihre Vorlesungsreihe startete, kurz nachdem sie im Herbst 2013 für ihren Roman "Das Ungeheuer" den Deutschen Buchpreis bekommen hatte. Der Luchterhand Verlag hat die Vorlesungen gerade unter dem Titel "Nicht sterben" veröffentlicht.

Mora, 1971 im ungarischen Sopron geboren und heute in Berlin lebend, kommt darin immer wieder detailliert auf ihre Erzählungen und Romane zu sprechen. Und ausführlich auch auf ihr wichtige Figuren wie Darius Kopp, IT-Spezialist und der tragische Held aus "Das Ungeheuer", der nicht mit dem Tod seiner Frau fertig wird. "Das Ungeheuer" ist der zweite Teil ihrer umfangreichen Romantrilogie, dessen dritter noch aussteht und auch noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird.

Denn Moras Romane sind komplizierte Kunstwerke, bei denen sie nichts dem Zufall überlässt. Viele ihrer Figuren sind für sie wie alte Bekannte, von denen sie noch genau weiß, wann sie ihr das erste Mal begegnet sind und über die sie sich intensiv Gedanken macht. "Nicht sterben" gibt aber auch Einblick in ihr Verhältnis zur Sprache und zu dem von Erinnerung und Literatur in ihren Büchern.

Mora erklärt aber auch Aspekte wie ihre Neigung zur Drastik, zum nichts beschönigenden, schonungslosen, manchmal brutal deutlichen Schreiben. Für alle, die Terézia Moras literarischen Kosmos besser kennenlernen wollen, ist "Nicht sterben" eine optimale Ergänzung zu ihrem immer größeren belletristischem Werk.

- Terézia Mora: Nicht sterben. Luchterhand Literaturverlag, München, 159 Seiten, 18,99 Euro, ISBN: 978-3-630-87451-7.