München Die Franzosen und die Liebe, das gehört seit jeher zusammen. Nicht zufällig sind Ausdrücke wie Rendezvous, Menage à trois oder Amour fou beinahe auf der ganzen Welt bekannt.

Von den Minnesängern bis zu Dominique Strauss-Kahn reicht die Geschichte der Liebe in Frankreich. Auch die Literatur ist voll davon. In ihrem Buch "Wie die Franzosen die Liebe erfanden" führt uns die amerikanische Literaturwissenschaftlerin Marilyn Yalom durch "neunhundert Jahre Leidenschaft". Alle Spielarten der Liebe lässt sie Revue passieren: die romantische Liebe à la George Sand und Alfred Musset, die intellektuelle Liebe von Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre. Auch die neurotische Liebe von Proust beleuchtet sie oder die "Sehnsucht nach der Mutter" bei Stendhal oder Balzac. Keinen Beitrag zur Liebe leisten dagegen nach Meinung der Autorin zeitgenössische Autorinnen wie Catherine Millet ("Das sexuelle Leben der Catherine M.") oder Virginie Despentes ("Fick mich") mit ihren mehr oder weniger pornografisch gefärbten Büchern.

Marilyn Yalom: Wie die Franzosen die Liebe erfanden. Neunhundert Jahre Leidenschaft, Graf Verlag, München, 448 Seiten, 22,99 Euro, ISBN 978-3-86220-038-2