Berlin - Mit 18 Jahren wurde Arkadi Babtschenko eingezogen. Er war Soldat in beiden Tschetschenienkriegen. Das Thema Krieg ließ den russischen Journalisten seither nicht mehr los.

Er verarbeitete es unter anderem in seinen Büchern "Die Farbe des Krieges" und "Ein guter Ort zum Sterben". Sein neuester Reportagenband "Ein Tag wie ein Leben" vereinigt Berichte über Soldaten, Kriegsversehrte, Überlebende, aber auch Terroristen aus unterschiedlichen Kriegs- und Krisengebieten wie Tschetschenien, Irak oder Afghanistan. So berichtet etwa ein US-Soldat, wie er im Irak zum Folterer wurde, obwohl er selbst der Meinung war, ein guter Junge zu sein. Eine andere Reportage erzählt die Leidensgeschichte eines Soldaten und Hubschrauberpiloten, der sein Leben einsetzte und schließlich zum Krüppel wurde, um zwölf junge Kameraden zu retten. Die Geschichten, präzise und ohne Larmoyanz aufbereitet, zeigen, wie der Krieg nicht nur einzelne Menschen, sondern ganze Gesellschaften zerstört.

Arkadi Babtschenko: Ein Tag wie ein Leben. Vom Krieg, Rowohlt Berlin Verlag, Berlin, 272 Seiten, 19,95 Euro, ISBN 978-3-87134-765-8