München - Margriet de Moor ist die Meisterin ebenso ergreifender wie abgründiger Liebesgeschichten. In ihrem neuesten Werk "Mélodie d\'amour" verknüpft die niederländische Autorin gekonnt vier Liebesgeschichten in Form eines Rondos miteinander.

Die Figuren der einen Geschichte tauchen in der nächsten wieder auf, allerdings in einem anderen Zusammenhang. Ein ganz starker Auftakt ist "Sein Vater, seine Mutter". Atie und Gustaaf, Eltern schon erwachsener Jungs, scheinen eine ganz normale bürgerliche Ehe zuführen. Da gerät durch eine Untermieterin alles aus den Fugen.

Der Einbruch des Chaos, der bei Atie zu einer schweren Krankheit führt, wird mit fast irritierender Beiläufigkeit erzählt. Auch in der nächsten Geschichte geht es um die zerstörerische Kraft der Liebe. Die Lehrerin Cindy ist bis zur Selbstaufgabe in den verheirateten Archäologen Luuk verliebt, der schon längst eine andere Geliebte hat.

In all diesen Erzählungen wird die Liebe als ein beglückendes, aber auch zutiefst verstörendes Gefühl beschrieben.

- Margriet de Moor: Mélodie damour, Hanser Verlag, München, 384 Seiten, 21,90 Euro, ISBN 978-3-446-24478-8.