Frankfurt/Main - Überlange Titel samt Relativsatz sind schwer angesagt - vor allem für eher abgedrehte Geschichten. "Die unglaubliche Reise des Fakirs, der in einem Ikea-Schrank feststeckte" des französischen Autors Romain Puértolas passt unter diesem Aspekt bestens in diese Reihe.

Puértolas schickt seinen Protagonisten, den Inder Ayarajmushee, auf eine Irrfahrt durch halb Europa und Nordafrika. Der Hochstapler und Abzocker, der bei Ikea in Paris eigentlich nur ein neues Nagelbett ergaunern wollte, gerät dabei ganz nebenbei in die Mühlen der EU-Asylpolitik und ins Visier von Kriminellen - und entdeckt nach und nach, dass man mit Ehrlichkeit immer noch am weitesten kommt.

Dass das alles grenzenloser Unsinn ist, überrascht bei dem Titel nicht - und wäre für sich genommen auch kein Problem. Das Problem ist vielmehr, dass die uralten Gags und die Klischees über Ikea, Inder, Roma und afrikanische Flüchtlinge nicht ansatzweise lustig sind - sondern einfach nur anstrengend.

- Romain Puértolas: Die unglaubliche Reise des Fakirs, der in einem Ikea-Schrank feststeckte, Fischer, Frankfurt, 304 Seiten, 16,99 Euro, ISBN 978-3-10-000395-9