München - In einer Londoner Werbeagentur haben sich drei Mitarbeiter bestechen lassen. Ihr Vorgesetzter weiß jedoch davon und droht sie zu entlassen. Ihr Wortführer, Charlie Morris, ermordet ihn unter Mithilfe seiner Kollegen.

Allerdings haben die beiden Mitverschwörer schlechte Nerven und drohen, alles zu verraten. Morris steht daher vor der Frage, ob ein Mord nicht weitere Morde nach sich ziehen muss, um seinen Kopf zu retten.

C.S. Forester (1899-1966), berühmt geworden durch die Seekriegsromane um Horatio Hornblower, hat auch psychologisch fein gestrickte Krimis geschrieben, wozu auch "Gnadenlose Gier" zählt. Ihn interessiert nicht die klassische Whodunnit-Frage nach dem Täter, sondern dessen psychologisches Profil und Motivation. Dies gelingt ihm in dem vorliegenden Roman vorzüglich, indem er genau analysiert, wie ein Mensch zum Mörder wird. Ergänzt wird diese ernüchternde Charakterstudie durch einen desillusionierenden Blick auf die englische Gesellschaft, die sich vor allem durch Lieblosigkeit auszeichnet.

C. S. Forester: Gnadenlose Gier, Deutscher Taschenbuch Verlag, München, 260 Seiten, 15,40 Euro, ISBN 978-3-423-26020-6