München - Anfang des 14. Jahrhunderts arbeitet die junge Alissende für eine jüdische Familie in Paris. Als die Familie bei Judenpogromen fliehen muss, findet Alissende Zuflucht in einem kleinen Pyrenäendorf.

Die Einwohner des Ortes entpuppen sich bald als Katharer, eine von der offiziellen Kirche als Ketzer eingestufte Bewegung. So dauert es nicht lange, bis der Bischof aus dem benachbarten Pamiers Jagd auf die Katharer macht, die er bislang als besiegt ansah. Alissende muss wieder um ihr Leben fürchten, als alle Männer des Dorfes verhaftet werden und sie mit den Kindern zurückbleibt.

Liv Winterbergs Roman "Der Klang der Lüge" ist ein Liebesroman mit historischem Hintergrund. Wer dieses Sujet mag, wird mit dem Buch sehr gut bedient. Die Handlung wird locker und flüssig erzählt, die Figuren sind sympathisch und laden zur Identifikation ein. Etwas störend wirkt jedoch die schematisch-pastorale Schilderung des Dorflebens, das mit seiner katharischen Lebensform als positiver Gegenentwurf zum Rest der Welt betrachtet wird.

- Liv Winterberg: Der Klang der Lüge, Deutscher Taschenbuch Verlag, München, 400 Seiten, 16,90 Euro, ISBN 978-3-423-26018-3.