München - Die meisten Biografen sind mit Alma Mahler-Werfel nicht gerade zimperlich umgegangen. Meist wurde sie als männerverzehrende Muse dargestellt, die zudem noch zu eitler Selbstinszenierung neigte.

Ihre unwahrhaftige Autobiografie und zahlreiche antisemitische Äußerungen haben sie auch nicht gerade sympathischer gemacht. Die Hannoveraner Musikwissenschaftlerin Susanne Rode-Breymann zeichnet in ihrer neuen Biografie nun ein ausgewogeneres Bild dieser Frau, die vor allem als Wegbegleiterin berühmter Männer in die Geschichte einging.

Neue Quellen - so etwa der Briefwechsel mit Alban und Helene Berg oder Arnold Schönberg - zeigen Alma Mahler-Werfel als durchaus kreativen eigenständigen Kopf. Allerdings verweist die Autorin auch beliebte feministische Interpretationen in das Reich der Legende, etwa die Behauptung, Gustav Mahler habe seiner Frau das Komponieren strikt verboten. Eine erfrischende Biografie, die mit vielen Vorurteilen aufräumt und sich um neue Perspektiven bemüht.

- Susanne Rode-Breymann: Alma Mahler-Werfel. Muse, Gattin, Witwe, C.H. Beck Verlag, München, 335 Seiten, 22,95 Euro, ISBN 978-3-406-66962-0.