Berlin - Dem Kunsthistoriker Jürgen Kaumkötter ist es zu danken, dass jetzt ein beinahe vergessenes Kapitel Geschichte der bildenden Kunst umfassend aufgearbeitet wird. Es ist die "Kunst in der Katastrophe" - jene Kunst also, die im Einflussbereich des nationalsozialistischen Terrors entstand.

70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gibt Kaumkötter einen Überblick über die in Verstecken, Ghettos und Lagern entstandenen Werke und ihre Schöpfer. Diese Kunst huldige keiner großen Idee, ihr Bildgegenstand sei nichts Großartiges, Erhabenes, schreibt der Autor. Und: "Künstlerische Genialität ist für diese Kunst nicht einmal wichtig." Vermutlich sei das der Hauptgrund, weshalb auch die Museen jenseits der historischen Präsentation diese Kunst nicht adäquat berücksichtigten. Kaumkötter hat dies jetzt nicht nur mit seinem Buch, sondern auch mit einer von ihm organisierten Ausstellung im Deutschen Bundestag zu Jahresanfang getan.

- Jürgen Kaumkötter: Der Tod hat nicht das letzte Wort. Kunst in der Katastrophe 1933-1945. Verlag Galiani, Berlin, 384 Seiten, 39,99 Euro, ISBN 978-3-86971-103-4.