Berlin - Die russische Revolution als großes Ganzes darzustellen, war das Anliegen des britischen Historikers Orlando Figes. Herausgekommen ist das hochspannende Buch "Hundert Jahre Revolution - Russland und das 20. Jahrhundert" des Professors für russische Geschichte.

Er setzt in der zaristischen Vergangenheit ein, mit einem ersten Aufstand gegen die Obrigkeit angesichts einer schweren Hungersnot. Nur daraus, so meint Figes, könne man die Ursprünge der Revolution von 1917, "ihren brutalen Charakter und ihren tragischen Verlauf von der Freiheit zur Diktatur" verstehen. Die "hundert Jahre" enden für Figes mit dem Zusammenbruch des Sowjetregimes 1991. Eine zentrale Frage ist stets auch das Verhältnis von Russland und der Ukraine. Auch deshalb gewinnt das sehr lebendig geschriebene Buch eine große Aktualität.

- Orlando Figes: Hundert Jahres Revoltion - Russland und das 20. Jahrhundert. Hanser Berlin, 384 Seiten, 26 Euro, ISBN 978-3-446-24775-8.