München - Der Dichter Rainer Maria Rilke war ein "Frauenversteher". Nicht nur verfasste er viele seiner Gedichte aus weiblicher Perspektive, er behauptete auch, eine weibliche Seele zu besitzen.

Andererseits fühlten sich viele Frauen von ihm magisch angezogen, obwohl er äußerlich alles andere als ein attraktiver Mann war.

Der Journalist und Biograf Heimo Schwilk geht in seinem Buch "Rilke und die Frauen" der besonderen Beziehung des Dichters zum anderen Geschlecht nach, angefangen bei seiner Mutter Sophia Rilke bis zu seiner letzten Vertrauten Nanny Wunderly-Volkart. Der erotischen Seite der Liebe, so zeigte sich etwa in den Beziehungen zu Lou Andreas-Salomé und Clara Westhoff, konnte Rilke dabei nur wenig abgewinnen. Für ihn war die Liebe eher religiös fundiert.

Der Autor verzahnt seine biografische Erzählung eng mit dem Werk des Dichters, das am besten sein komplexes Verhältnis zu Frauen widerspiegelt. Auch die erst seit einigen Jahren vorliegende Korrespondenz mit der Mutter gibt wichtige Aufschlüsse.

- Heimo Schwilk: Rilke und die Frauen. Biografie eines Liebenden, Piper Verlag, München, 336 Seiten, 22,99 Euro, ISBN 978-3-492-05637-3.