Magdeburg (dpa). Traditionelles stößt auf Neues: Das gilt für die Kultur 2011 in Sachsen-Anhalt. Bei bewährten Reihen wie den Händel-Festspielen oder dem Domplatz-OpenAir in Magdeburg setzen die Organisatoren neue Akzente. Zugleich wird in großen Städten ebenso wie in kleinen Orten das Publikum mit Theater-Uraufführungen, Festivals und Ausstellungen ein wenig vom Alltag entlastet.

"Die Schöne und das Biest" wollen das Publikum in der Landeshauptstadt in den Bann ziehen. 20 Aufführungen des bekannten Musicals sind beim DomplatzOpenAir (17.6.-9.7.) geplant. Der Disney Klassiker gilt als kultureller Höhepunkt des Jahres in Magdeburg. "Wir haben bereits jetzt Anmeldungen aus aller Welt", freut sich Julia Lonkwitz, Sprecherin des Theaters Magdeburg.

In Halle bleiben die traditionellen Händel-Festspiele (2.-12.6.) kultureller Höhepunkt des Jahres. Die Hofmusik in Dresden um 1720 bestimmt den Festival-Jahrgang 2011. Zudem gibt es wieder Neuinterpretationen alter Händel-Werke und Jazz. Rund 1400 Künstler aus dem In- und Ausland, auch Echo Klassik Preisträger, haben zugesagt; darunter die Mezzosopranistin Vivica Genaux aus Alaska.

Landesmuseum in Halle lockt mit Pompeji

Eine Sonderausstellung über Pompeji soll viel Publikum in das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle locken. Die Schau "Pompeji, Nola, Herculaneum – Katastrophen am Vesuv" (9.12. 2011-8.6. 2012) zeigt einst vom Vulkan verschüttete Fundstücke aus verschiedenen Epochen. "Die Sonderausstellung zeigt Funde aus Pompeji und eröffnet uns einen Blick in das Wirken Roms weit weg vom Mittelmeer", sagt Sprecher Ralf Bockmann.

Die kleinen Städte des Landes können in kultureller Hinsicht mit Magdeburg und Halle mithalten. Das Nordharzer Städtebundtheater etwa plant am 4. März die europäische Erstaufführung von "End Days", einem Stück, das auf humorvolle Art die Geschichte einer durch den "11. September" zerbrochenen Familie beschreibt. "Für uns ist das ein Highlight, weil das Stück zuvor nur in den USA gespielt wurde", erklärt Dramaturgin Sylvia Sarnow.

Neues Festival für Kirchenmusik

Ein neues Aushängeschild für die Stadt Wittenberg plant der Verein "Bühne Wittenberg". Mit einem internationalen Festival soll die Lutherstadt künftig einmal im Jahr kirchliche Musikbegeisterte anlocken. "Himmel auf Erden" (24.6.-3.7.) wird das zehntägige Gesangsspektakel heißen, bei dem Künstler und Chöre aus der ganzen Welt auftreten werden. "Es werden 400 Sänger in Theatern und Kirchen von Wittenberg auftreten", sagt Johannes Winkelmann, Geschäftsführer des Vereins Wittenberg-Kultur.

Die Landesausstellung in Sachsen-Anhalt wirft 2011 einen Blick auf den Schöpfer der legendären Uta im Naumburger Dom. "Naumburger Meister – Bildhauer und Architekt im Europa der Kathedralen" (29.6. 2.11.) zeigt Kunstwerke der Skulptur, der Schatzkunst sowie der Glas- und Buchmalerei – von Leihgebern aus Frankreich, Deutschland, Polen, Großbritannien, Österreich und den USA.