Magdeburg l In den letzten Jahren tourte das Jugendjazz-Orchester Sachsen-Anhalt in der ganzen Welt. Israel, Belgien oder Kanada standen auf dem Tourneeplan. Am Donnerstagabend machten die jungen Jazztalente unter der Leitung von Ansgar Striepens in der Landeshauptstadt Halt, um ihr Präsentationskonzert II der 44. Arbeitsphase zu spielen. Was so sperrig klingt, war aber alles andere als akademisch verkantet, sondern eine unterhaltsame Mischung in Sound und Stilistik.

Klassiker aus dem Jazzkanon in modernem, frischem Sound

Im Vordergrund jedoch stand der typische, durch die Bläsersektion definierte Klang des Orchesters. Das Orchester agierte spielfreudig und kompetent und verlieh mit seinen frischen Arrangements Klassikern aus dem Standardkanon des Jazz wie Dizzy Gillespies "Night in Tunesia" (großartig übrigens das Gesangsquartett!) einen wohltuend modernen und frischen Sound.

Als der Institution in Sachen Jazzbildung ist es der Leitung und den Tutoren des JJO wichtig, Jugendliche für den Jazz zu begeistern. Die Begeisterung der jungen Musiker war in jedem Takt spürbar und sprang vom ersten Titel an sofort auf die Zuschauer über, die jedes Solo mit Applaus bedachten.

Ein Programmheft hätte der Veranstaltung gut getan, auch um die Introduktionen des Bandleaders zu den einzelnen Titeln und Solisten besser nachvollziehen zu können. Aber das ist eine Randnotiz und schmälerte keinesfalls den Musikgenuss eines Konzertes, das auch vollbesetzte vordere Reihen verdient hätte. Am Ende des Abends, der musikalisch vom verjazzten Kirchenlied bis hin zu modernen Jazzorchester-Stücken, zum Beispiel aus der Feder von John Clayton jr., einen spannungsreichen Bogen spannte, sah man nur glückliche Gesichter auf und vor der Bühne. Und vielleicht war ja unter den Zuschauern das ein oder andere neue Mitglied des JJO. Angst um den Jazz braucht man in Sachsen-Anhalt nach dieser couragierten Vorstellung auf alle Fälle nicht zu haben.