Magdeburg l Schauspieler und Sänger Uwe Ochsenknecht hat seine Teilnahme zwar kurzfristig abgesagt, aber das wird die Attraktivität der 6. Magdeburger Domfestspiele keineswegs schmälern, glaubt deren Erfinder, Stadtmanager Georg Bandarau. Die Festspiele werden dennoch mit einer Weltpremiere aufwarten können, denn erstmals gibt es Tango im Magdeburger Dom zu hören und zu sehen. Der berühmte Bandoneonist Matías González aus Paris will am 30. Mai in einem exklusiven Konzert gemeinsam mit dem "Fracanapa - New Tango Quintet" das Publikum mit einer Mischung aus traurig-schönen Melodien und energiegeladenen, sinnlichen Tango-Rhythmen verzaubern. Das Quintett spielt Stücke des legendären Bandoneonisten Astor Piazolla.

Im vergangenen Jahr Jazz, diesmal Tango in dem sakralen Gebäude und Wahrzeichen der Stadt. "Wir werden das Dach des Domes musikalisch wieder weit öffnen", kündigte Domprediger Giselher Quast gestern bei der Vorstellung des neuen Programms voller Vorfreude an. Dieses hat neben opulenter geistlicher Chormusik auch Theater, Ballett und eine musikalische Lesung mit dem Magdeburger Lokalmatador Stephan Michme zu bieten.

Und es gibt noch eine Besonderheit: Die 6. Magdeburger Domfestspiele erfüllen diesmal eine Woche lang die Mauern des gotischen Doms und umrahmen damit Christi Himmelfahrt als wichtiges Datum im Kirchenkalender. Drei Gottesdienste wird es darum im Zeitraum der Festspiele geben. Darüber hinaus zwei Turmbesteigungen am Dom - exklusiv für Besucher der Konzertabende am 28. Mai (Lesekonzert mit Stephan Michme) sowie am 30. Mai (nach "Tango meets Gotik"). Inhaber einer Konzertkarte werden gebeten, sich bei Interesse per E-Mail für die Turmbesteigung anzumelden: info@stadtmarketing-magdeburg.de.

Die Festspielwoche vom 25. Mai bis zum 1. Juni hat ein breites Angebot. Schon auf den Auftakt am Sonntag, dem 25. Mai, dürfen sich Musikfreunde freuen. Der berühmte "Southwell Cathedral Choir" aus Großbritannien bringt Musik bedeutender Komponisten wie William Byrd, Henry Purcell und Benjamin Britten auf die Bühne. "Der Chor bietet einen unglaublich schlanken, reinen Klang. Ich durfte ihn schon live erleben", schwärmte Giselher Quast. Auch die Aufführung des Oratoriums "Paulus" von Felix Mendelssohn Bartholdy, das die Wandlung des Apostels Paulus vom Christenverfolger zum Missionar beschreibt, dürfte stimmgewaltig (u.a. mit Grit Wagner, Lucia Cervoni, Peter Diebschlag und Jörg Hempel) für Staunen sorgen.

Passende Ergänzung dazu und zugleich Abschluss der Festspiele bildet das Ballett "Vom Saulus zum Paulus" des Nordharzer Städtebundtheaters. Auch das Magdeburger Konservatorium ist wieder mit im Boot, freut sich deren Direktor Helmut Keller. Die Musikschüler des Ensembles KonBarock präsentieren Bach auf barocken Instrumenten.