Eigentlich wollte sie medizinisch-technische Assistentin werden. Doch dann gewann Monika Hauff bei einem Gesangswettbewerb - und eine Karriere als Part eines bekannten Duos begann.

Berlin (dpa) l Sie kann nicht nur jodeln, sondern auch in 22 verschiedenen Sprachen singen. Seit fast einem halben Jahrhundert steht sie auf der Bühne - die meiste Zeit davon gemeinsam mit Klaus-Dieter Henkler. Monika Hauff, der weibliche Part von Hauff Henkler, einem der erfolgreichsten Gesangsduos der DDR, wird am 17. April 70 Jahre alt. "Dieser Job hält einen in Schwung", sagt die agile Jubilarin mit Faible für auffällige Halsketten.

Monika Hauff stammt aus Wernigerode im Harz. Als Schülerin sang sie im Rundfunk-Jugendchor Wernigerode. Danach absolvierte sie eine Ausbildung zur medizinisch-technischen Assistentin (MTA) - und stand nebenher als Sängerin auf der Bühne. "Als ich solo angefangen habe, wollte ich nur eine Single aufnehmen, einmal im Fernsehen auftreten - und weiter als MTA arbeiten", berichtet die Sängerin.

Doch dann gewann sie 1967 mit dem Titel "Du glaubst mir nicht" den 1. Platz beim Internationalen Schlagerfestival der Ostseeländer. "Dann kam Klaus des Wegs", blickt sie zurück; und sie habe sich doch hundertprozentig für die Musik entschieden. Mit "Regen stört uns nicht" fing die Karriere von Hauff Henkler an. Mehr als 400 Titel und über zehn Millionen verkaufte CDs und Schallplatten folgten bis heute: Volksmusik, Country, Schlager, Pop, Rock und Swing. Das Duo steht seit 46 Jahren gemeinsam auf der Bühne - ohne privat ein Paar zu sein. Ihr Erfolgsrezept für so viele gemeinsame Jahre? "Man muss sich den nötigen Freiraum lassen", sagt Henkler, die jünger wirkt als sie ist.

Ob "Keine Bange, wir holen eine Zange", "Das war ein Meisterschuss" oder "Auf die Bäume ihr Affen": Die DDR-Publikumslieblinge produzierten Hits im Akkord, pro Jahr erschien mindestens ein Album. Im Fernsehen waren Hauff und Henkler Dauergast - etwa bei der Weihnachtssendung "Zwischen Frühstück und Gänsebraten" oder beim beliebten "Kessel Buntes" als Gastgeber. Sie hatten mehrere eigene Shows wie "Musikanten sind da" und "Notenkarussell".

Beide berichten besonders gerne von ihren Reisen rund um den Globus. Was dem Normalbürger verwehrt war, erlebten die beiden schon vor dem Fall der Mauer: Das Duo war bereits damals auf vielen Kontinenten unterwegs. Nach 1989 folgten dann Besuche in den USA; unter anderen mit Heino. Auch wegen der vielen Reisen hätten sie beide keine Kinder, schildern die Musiker. Seit dem Fall der Mauer ist das in Berlin lebende Bühnen-Paar allerdings nicht mehr so oft in aller Welt unterwegs - und auch deutlich weniger in den Medien präsent. In ihrer Freizeit gehen die beiden gerne gemeinsam auf Konzerte. Sie schwärmen etwa für Eric Clapton, Joe Cocker und Pink Floyd. Auch Frank Sinatra habe sie live gesehen, berichtet Hauff.

Die Sängerin mag Gartenarbeit und begleitet ihren Bühnenpartner regelmäßig ins Fußballstadion. "Durch ihn bin ich Fußballfan geworden", sagt sie. In Interviews fängt die Wahl-Berlinerin nicht nur gerne immer mal an zu singen. Sie ist auch sehr gesprächsfreudig, wirkt gut gelaunt und sympathisch. Henkler findet es anstrengend, wenn seine Bühnen-Partnerin ihm bei Interviews reinredet. "Ich bin etwas ungeduldig. Bei mir muss alles gleich klappen", erklärt die Jubilarin.

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