Dessau-Roßlau l "Was werden wird", steht seit Mittwochabend fest. Da hat auch der Stadtrat Dessau-Roßlau mehrheitlich zugestimmt, dass das Anhaltische Theater eine Zukunft als Vier-Sparten-Haus hat.

Grundlage ist der Zuwendungsvertrag zwischen dem Land Sachsen-Anhalt und der Stadt Dessau-Roßlau. Ein höherer finanzieller Zuschuss der Stadt, Mitarbeiter, die ihre Arbeitszeit um zehn Prozent reduzieren und der sozialverträgliche Stellenabbau sind einige der Eckpunkte. "Wir haben in den vergangenen zwei Jahren um unsere Existenz gerungen", sagt Generalintendant André Bücker, der die gefundene Lösung als "bisher einmalig in der deutschen Theaterlandschaft" bezeichnet.

Die Turbulenzen vor allem der letzten Monate und die lange wirtschaftliche Unsicherheit seien die Gründe dafür, dass die Vorhaben für die neue Spielzeit nun "recht spät" vorgestellt werden. Dennoch, so der Intendant, "haben wir ein fantastisches Programm in allen Sparten".

Das Motto für die Dessauer Jubiläumssaison dagegen war lange klar. Es hat Bezug nicht nur zur Situation des Hauses, sondern unter anderem auch zu Richard Wagners "Götterdämmerung" - hier singen die Nornen "Weißt du, wie das wird" - und damit zum wichtigsten Projekt 2014/2015. Im Mai und im Juni 2015 ist jeweils einmal der komplette neue Dessauer "Ring des Nibelungen" zu erleben, inszeniert von André Bücker und unter der musikalischen Leitung von GMD Antony Hermus.

"Die Walküre" ist am 27. September die erste Premiere der neuen Spielzeit. "Das Rheingold" folgt am 30. Januar. "Götterdämmerung" und "Siegfried" ergänzen als Wiederaufnahmen dieses Projekt im einst als "Bayreuth des Nordens" geltenden Dessau.

Mit Musiktheater, Schauspiel, Ballett und Puppentheater möchte das Theater "Angebote für jedes Alter und viele Bedürfnisse" präsentieren, sich dabei auch "in die Stadt öffnen, den Themen der Stadt stellen". Für diesen Anspruch steht in der neuen Spielzeit zum Beispiel die Uraufführung "Kristallpalast", eine Jahrhundert-Revue, in der sich Schauspiel und Ballett mit einem für Dessau wichtigen Gebäude auseinandersetzen.

Die seit zwei Jahren beliebte Reihe "Operette zum Kaffee" wird mit der Premiere einer "kleinen Variante" von Johann Strauß` "Das Spitzentuch der Königin" fortgesetzt. Das Weihnachtsmärchen "Der gestiefelte Kater", aber auch mit den Sinfoniekonzerten verbundene Projekte wie "Philharmini" sprechen die jüngsten Theaterbesucher an.

"Das verlorene Paradies", eine Tanztheater-Uraufführung, sowie ein Sinfoniekonzert mit der Uraufführung eines Werkes von Ed Harsh sind zwei Beiträge des Theaters zum Kurt Weill Fest 2015. Im Puppentheater sind in "Der kleine Buckelige" Nachbauten von Original-Bauhauspuppen zu erleben.

19 Premieren, acht Sinfoniekonzerte und viele weitere Angebote sieht die kommende Dessauer Spielzeit vor. André Bücker: "Schauen wir mal, was werden wird."